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	<title>heinrichs manOEHver &#187; Allgemein</title>
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	<description>ein Kultur-Blog von Heinrich Oehmsen</description>
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		<title>Zur Theke getragen</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 17:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hole]]></category>
		<category><![CDATA[SXSW]]></category>

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SXSW, 3. Tag
Die Witwe is zurück. Courtney Love spielte gestern in der Dirty Dog Bar von Austin ihre Comeback-Show mit Hole. &#8220;Ich tue das nur für mich&#8221;, sagte sie. Die Grundstimmung auf der Bühne war aggressiv. Courtney schimpfte mit dem Publikum, mit ihrer Band, die angeblich zu laut spielte, sie haderte mit ihrer Stimme und [...]]]></description>
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<h5>SXSW, 3. Tag</h5>
<p>Die Witwe is zurück. Courtney Love spielte gestern in der Dirty Dog Bar von Austin ihre Comeback-Show mit Hole. &#8220;Ich tue das nur für mich&#8221;, sagte sie. Die Grundstimmung auf der Bühne war aggressiv. Courtney schimpfte mit dem Publikum, mit ihrer Band, die angeblich zu laut spielte, sie haderte mit ihrer Stimme und sagte am Ende der 45minütigen Show, es sei das schlechteste Konzert ihrer Karriere gewesen. Was sicher nicht richtig ist.</p>
<p>Die Feinabstimmung ihrer fünfköpfigen Band war noch nicht perfekt, doch die Energie stimme, und auch Courtneys Stimme klang okay. Sie spielte Nummern aus dem Hole-repertoire und coverte &#8220;Sympathy From The Devil&#8221; und &#8220;Bette Davis&#8217; Eyes&#8221;, einen Hit von Kim Carnes aus den 70er-Jahren. Am Ende ließ sie sich von den Fans über die Crowd zur Theke der etwas heruntergekommenen Dirty Dog Bar tragen &#8211; natürlich im Blitzlichtgewitter von Dutzenden von Kameras.</p>
<p>Im Mai kommt Hole af Europa-Tournee und wird auch ein paar Shows in Deutschland spielen.</p>
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		<title>Eine Legende gibt Hinweise</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 13:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ray Davies]]></category>
		<category><![CDATA[Smokey Robinson]]></category>
		<category><![CDATA[SXSW]]></category>

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SXSW, 2. Tag
Impressionen vom zweiten Tag beim SXSW-Festival in Austin: Keynote-Speaker war in diesem Jahr die Motown-Legende Smokey Robinson. Der 70-Jährige ist ein launiger Erzähler, der viele Anekdoten aus der Hitsville-Zeit in Detroit ausplauderte, wo er als 16 Jahre alter Junge von Berry Gordy entdeckt wurde. Robinson hatte auch ein paar Ratschläge für junge Künstler [...]]]></description>
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<h5>SXSW, 2. Tag</h5>
<p>Impressionen vom zweiten Tag beim SXSW-Festival in Austin: Keynote-Speaker war in diesem Jahr die Motown-Legende Smokey Robinson. Der 70-Jährige ist ein launiger Erzähler, der viele Anekdoten aus der Hitsville-Zeit in Detroit ausplauderte, wo er als 16 Jahre alter Junge von Berry Gordy entdeckt wurde. Robinson hatte auch ein paar Ratschläge für junge Künstler parat wie: Lege Dir eine dicke Haut zu oder Nimm Dich nicht zu ernst, Pop-Entertainment hat es vor dir gegeben und wird es nach Dir geben. Die Welt dreht sch auch ohne Dich weiter.</p>
<p>Hamburg, Berlin und Köln luden zum gemeinsamen Barbecue. Essen gut, Location mit Sonnenterrasse, nur die Musik &#8211; wie fast überall bei den Showcases &#8211; viel zu laut. &#8220;Wunderbar&#8221; nannte sich das gut frequentierte Event.</p>
<p>Nicht nur viele junge Bands präsentieren sich, sondern auc die alten Recken. Ray Davies z.B. performte in La Zona Rosa. Bei der alten Kinks-Nummer &#8220;Victoria&#8221; sangen alle mit. Ein Revival seiner Band könnte höchst erfolgreich sein. Immerhin soll er wieder mit seinem Bruder Dave sprechen.</p>
<p>Musikalisches Highlight gestern: The Chapman Family. Allerbester Hardcore mit gewaltiger Lautstärke, Feedback und hingeschmissenen Gitarren. Auf einer Popakademie lernt man so was nicht.</p>
<p>Wieder jede Menge Bands versäumt. Aber das ist ja bei der Masse an Auftritten  jedes Jahr so.  Sollte man nicht weiter drüber nachdenken, sondern das Schedule für den nächsten Tag zusammenzimmern. Morgen ist Hole-Tag.</p>
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		<title>Grün dominiert die 6th Street</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 14:44:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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SXSW, Tag 1
Wenn das SXSW-Festival in Austin beginnt und gleichzeitig noch St. Patrick&#8217;s Day gefeiert  wird, ist Ausnahmezustand auf der 6th Street und den umliegenden Straßen.  In den Clubs und auf der Straßen drängten sich so viele Menschen wie sonst nur am Wochenende. Die vorherrschende Farbe war natürlich das irische Grün.
Das Programm hatte es schon [...]]]></description>
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<h5>SXSW, Tag 1</h5>
<p>Wenn das SXSW-Festival in Austin beginnt und gleichzeitig noch St. Patrick&#8217;s Day gefeiert  wird, ist Ausnahmezustand auf der 6th Street und den umliegenden Straßen.  In den Clubs und auf der Straßen drängten sich so viele Menschen wie sonst nur am Wochenende. Die vorherrschende Farbe war natürlich das irische Grün.</p>
<p>Das Programm hatte es schon am ersten Tag in sich, wobei ich nach einer 20stündigen Anreise aus Hamburg erst am Abend angekommen bin und nur zwei Bands gesehen habe: Mariachi El Bronx spielten im Emo&#8217;s Main Room tanzbare Mariachi-Musik mit herrlichen Walzern und fröhlicher Volksmusk von der anderen Seite der Grenze. The Ettes, im vergangenen Jahr bereits beim Reeperbahn Festival zu Gast, rockten das Maggie Mae&#8217;s. Am Vortag hatte die um einen Gitarristen zum Quartett erweiterte    Band noch im Ramones-Museum von Berlin gespielt.</p>
<p>Hätte gerne noch den Auftritt von Nas und Damian Marley gesehen, aber die Schlange am Eingang war leider zu lang&#8230;</p>
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		<title>Solo über einen toten König</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 16:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Thalia]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sven-Eric Bechtolf als &#8220;Richard II.&#8221;  am Thalia Theater
Das Ende steht am Anfang. König Richard II. ist tot. Blut fließt aus seinem Mund. In den Sekunden vor seinem gewaltsamen Ableben im Kerker von Pomfret zieht sein Leben noch einmal an ihm vorbei. Nicht chronologisch und höchst subjektiv. Denn die junge Regisseurin  Cornelia Rainer und ihr Protagonist [...]]]></description>
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<h5><span style="color: #f7f9f9;">Sven-Eric Bechtolf als &#8220;Richard II.&#8221;  am Thalia Theater</span></h5>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-size: large;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-160" title="Richard004" src="http://www.manoehver.net/wp-content/uploads/2009/12/Richard004-300x200.jpg" alt="Richard004" width="300" height="200" />D</span>as Ende steht am Anfang. König Richard II. ist tot. Blut fließt aus seinem Mund. In den Sekunden vor seinem gewaltsamen Ableben im Kerker von Pomfret zieht sein Leben noch einmal an ihm vorbei. Nicht chronologisch und höchst subjektiv. Denn die junge Regisseurin  Cornelia Rainer und ihr Protagonist Sven-Eric Bechtolf haben Shakespeares figurenreiches Königsdrama auf die Titelfigur reduziert. Dieses Solo  über einen toten König wurde im Thalia Theater zur triumphalen Rückkehr eines Schauspielers, der hier in derÄra Flimm bis zum Jahr 1999 große Erfolge gefeiert hatte. Man muss schon ein Könner wie Bechtolf sein, um diesen Part zu bewältigen, denn im Laufe der 90 Minuten muss er auch in die Rollen seines Gegenspielers Bolingbroke, des späteren Königs Heinrich IV., dessen Vater Johanns von Gaunt und weiterer Höflinge schlüpfen.</p>
<p style="margin: 0px;">Richard II. ist bei Shakespeare  ein Bankrotteur und Schöngeist, einer der sich mit falschen Ratgebern umgibt und das Geld seiner Untertanen mit beiden Händen zum Fenster hinaus wirft. Kein Intrigant, sondern ein Wesen, das als unantastbarer, von Gott gesegneter Herrscher auf dem Thron sitzt. Bechtolf verleiht ihm die Züge eines selbstgefälligen Regenten. Er berauscht sich an seiner Macht,  tänzelt faunisch über die Bühne, küsst dutzendfach nach ihm ausgestreckte Hände und zieht aus dem Boden eine lange blaue Samtrobe hervor, prachtvolle Insignie seines Königtums. Er setzt sich auf seinen Thron, schwadroniert herum, und gefällt sich in dieser Rolle, die in dem Ausruf  &#8220;Lang lebe Richard!&#8221; gipfelt. Dieser König hat etwas von einem Borderliner, der nicht erkennt, was um ihn herum geschieht, der als Herrscher eine falsche Entscheidung nach der anderen trifft und deshalb von seinem Wiedersacher Bolingbroke, &#8220;einem Mann des Volkes&#8221;,  entmachtet wird.</p>
<p style="margin: 0px;">Cornelia Rainer Inszenierung zeigt den tiefen Fall eines Mächtigen, der nicht versteht, warum seine Vormachtstellung endet. Der von sich sagt: &#8220;Ich bin die Sonne.&#8221; Richards Reaktionen ähneln denen von Politikern, die aus dem Amt gejagt werden, und  Wirtschaftsbossen, die Knall auf Fall ihre Schreibtische räumen müssen, weil sie Milliarden versenkt oder Millionen in die eigene Tasche gewirtschaft haben. Dieser Fall bedeutet den Verlust des Rangs und des Namens.   &#8220;Wie soll ich mich nennen?&#8221;, fragt Richard, nachdem Bolingbroke sich die Königskrone aufs Haupt gesetzt hat. Die Reduktion der Persönlichkeit ist total.</p>
<p style="margin: 0px;">Diese von Cornelia Rainer und der Dramaturgin Susanne Meister erarbeitete Textfassung streift nur am Rande die Intrigen und Ränke an Richards Hof. Shakespeares Drama in seiner ursprünglichen Form würde sich als Vorlage für eine sehr viel politischere Inszenierung  eignen, denn diese Lügen und gegenseitigen Beschuldigungen um des eigenen Vorteils willen sind von brennender Aktualität. Doch auch die Konzentration auf den König und seinen Umgang mit der Realität trägt  moderne Züge und ist weit mehr als reines Schauspielertheater. Jedoch empfiehlt es sich, vor dem Besuch einer der nächsten Aufführungen  Shakespeares Text oder eine genaue Inhaltsangabe zu lesen. Das erleichtert das Verstehen und macht diesen Abend dann noch viel mehr zu einem großartigen Theatererlebnis.</p></p>
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		<title>Kleine Monster</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 15:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Haneke]]></category>

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		<description><![CDATA[
Michael Hanekes preisgekrönter Film &#8220;Das weiße Band&#8221;

Ein Mund wie ein Strich. Streng. Verkniffen. Kalt. Wenn er sich öffnet, spricht er  Ermahnungen, strenge Regeln, Strafen aus. Die Worte  prasseln auf die Adressaten nieder  wie die Schläge eines Gürtels. Güte hat kaum einen Platz im Denken und Handeln des Pfarrers  (Burghart Klaußner). Jeder in seiner Familie hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="dropcaps">
<h5 style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Michael Hanekes preisgekrönter Film &#8220;Das weiße Band&#8221;</span></h5>
<p style="clear: both; text-align: center;"><a style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" href="http://media.kika-dresden.de/newspix/555.jpg"><span style="color: #f7f9f9;"><img class="aligncenter" src="http://media.kika-dresden.de/newspix/555.jpg" border="0" alt="" width="400" height="225" /></span></a></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">E</span></span><span style="color: #f7f9f9;">in Mund wie ein Strich. Streng. Verkniffen. Kalt. Wenn er sich öffnet, spricht er  Ermahnungen, strenge Regeln, Strafen aus. Die Worte  prasseln auf die Adressaten nieder  wie die Schläge eines Gürtels. Güte hat kaum einen Platz im Denken und Handeln des Pfarrers  (Burghart Klaußner). Jeder in seiner Familie hat sich den strengen Regeln und der orthodoxen protestantischen Moral  unterzuordnen. Bei Verstößen setzt es Schläge mit dem Gürtel. Und das weiße Band wird angelegt, das Michael Hanekes &#8220;deutscher Kindergeschichte&#8221; den Titel gibt. Es steht eigentlich für Unschuld und Reinheit,  hier jedoch bedeutet es ein sichtbares  Stigma für die Verfehlungen der Pfarrerskinder Klara und Martin (Leonard Proxauf, siehe Foto)</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Die dörfliche norddeutsche Welt, die Haneke kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges zeigt, ist geprägt von harter Arbeit, Enge  und einem Klima der Repression. Gelacht wird hier nicht. Der Pfarrer als moralische Instanz, der Gutsherr (Ulrich Tukur) als allmächtiger Arbeitgeber und der Arzt (Rainer Bock) sind die Säulen dieses Systems, dem sich jeder unterzuordnen hat. Doch ein paar ungeklärte Vorfälle bringen dieses starre System in Unordnung und bedrohen es: Der Arzt stürzt zu Pferde über einen heimtückisch gespannten Draht, eine Scheune des Gutsbesitzers brennt ab, sein Filius  wird an einen Baum gefesselt gefunden, der zurückgebliebene Sohn der Hebamme (Susanne Lothar)  wird ebenfalls gequält und schwer verletzt, der Pfarrer schließlich findet auf seinem Schreibtisch seinen  mit einer Schere aufgespießten Wellensittich.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Es sind kleine Akte des Terrors, Schuldige werden nicht überführt, aber man ahnt, dass die Dorfkinder hinter diesen Untaten stecken. Sie sehen adrett aus, aber ihre  Gesichter  sind verschlossen und verschlagen. Man spürt, dass sie nicht die Wahrheit sagen, man ahnt, dass sie sich gegen Eltern und Obrigkeiten zur Wehr setzen, aber sie handeln fast nie offen. Haneke zeigt eine Kindergeneration voller Gefühlskälte, kleine Monstren, bereit zu Untaten ohne Gewissensbisse. Eine Generation, die 1933, im Jahr der Machtergreifung durch die Nazis,  etwa 30 Jahre alt sein wird.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Doch diese Kinder sind nur das Produkt des  Systems, das ihnen von den Erwachsenen vorgelebt wird. Selten hat man im Kino eine Szene gesehen, in der ein Mensch mit Worten derart brutal erniedrigt wird wie die Hebamme durch den Arzt, mit dem sie über Jahre ein sexuelles Verhältnis hat und der der Vater ihres behinderten Kindes ist. &#8220;Du bist hässlich, du bist ungepflegt, deine Haut ist schlaff und du riechst aus dem Mund&#8221;, schleudert er der Frau ins Gesicht. &#8220;Ich hab versucht, mir eine andere vorzustellen, wenn ich mit dir schlafe, eine, die gut riecht, die jung ist und weniger ausgeleieret als du, aber das überfordert meine Phantasie&#8230;.Ich hätte auch eine Kuh bespringen können.&#8221; Später missbraucht der Arzt seine 14 Jahre alte Tochter, ein Akt allmächtiger Perversion.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Doch  es gibt auch Figuren, die offen opponieren. Max (Sebastian Hülk), der Sohn eines Bauern, schlägt dem Gutsherren ein Feld mit Kohlköpfen ab, weil er den Baron für den Unfalltod seiner Mutter verantwortlich macht. Die Frau des Barons (Ursina Lardi) verlässt das Dorf mit ihrem Sohn und begibt sich nach Italien. Hier wird das Exil späterer Generationen vorweggenommen, wenngleich es bei der Baronin ein freiwilliges ist. Man muss dieses Land und seine Bewohner fliehen.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Haneke hat &#8220;Das weiße Band&#8221; in schwarz-weiß gedreht, der Himmel über Eichwald, so der Name des Dorfes,  leuchtet nicht blau, er zeigt sich in Grautönen. Die Bilder sind von einer beeindruckenden Brillanz, geschickt arbeiten der Regisseur und sein Kameramann Christian Berger   mit den Möglichkeiten verschiedener Schattierungen und greller Helligkeit. Idyllische Lieblichkeit ist angesichts dieses ästhetischen Verfahrens ausgeschlossen.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Haneke deutet vieles nur an.  Doch gerade diese Auslassungen erzeugen das  Klima der Bedrohlichkeit, der lauernden Brutalität, die sich urplötzlich Bahn bricht, ohne dass man sie kommen sehen könnte. Das ist der Terror, wie ihn unzählige Menschen jeden Tag in den Krisengebieten der Welt erleben. Haneke macht ihn spürbar. Deshalb ist &#8220;Das weiße Band&#8221; einer der herausragenden Filme dieses Jahres und vor ein paar Monaten zu Recht mit der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet worden.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><em><strong><span style="color: #f7f9f9;">Das weiße Band</span></strong><span style="color: #f7f9f9;"> D/A/F/I  2009, 150 Minuten; R. Michael Haneke, D: Burghart Klaußner, Ulrich Tukur, Josef Bierbichler, Steffi Kühnert, Susanne Lothar, Rainer Bock, Detlev Buck, Christian Friedel, Leonie Benesch, Ursina Lardi</span></em></p>
<p style="clear: both; text-align: left;">
<p style="clear: both; text-align: left;">
<p style="clear: both; text-align: left;">
<p style="clear: both; text-align: center;"></p>
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		<title>Retrorock für den Straßenkreuzer</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 13:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[CD-Kritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfmother]]></category>

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Wolfmother: Cosmic Egg
Mit einem offenen Straßenkreuzer den Highway 1 an der kalifornischen Küste von Santa Cruz über Carmel und Big Sur bis nach San Luis Obispo cruisen, die Haare im Fahrtwind wehen lassen und dazu das entsprechende Tape. &#8220;California Queen&#8221; ist ein Song, der diesem Lebensgefühl von Weite und grenzenloser Freiheit entspricht. Ein Aufbruch, angetrieben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="dropcaps">
<h5 style="text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Wolfmother: Cosmic Egg</span></h5>
<p class="separator" style="clear: both; text-align: justify;"><a style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" href="http://aliontheair.files.wordpress.com/2009/09/wolfmother452.jpg"><img class="alignleft" style="border: 5px solid #f7f9f9 " src="http://aliontheair.files.wordpress.com/2009/09/wolfmother452.jpg" border="5" alt="" width="224" height="224" /></a><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">M</span></span><span style="color: #f7f9f9;">it einem offenen Straßenkreuzer den Highway 1 an der kalifornischen Küste von Santa Cruz über Carmel und Big Sur bis nach San Luis Obispo cruisen, die Haare im Fahrtwind wehen lassen und dazu das entsprechende Tape. &#8220;California Queen&#8221; ist ein Song, der diesem Lebensgefühl von Weite und grenzenloser Freiheit entspricht. Ein Aufbruch, angetrieben vom Rhythmus des  Schlagzeugs,  befeuert von Orgel und Gitarre und das  im Stil von Led Zeppelin, Black Sabbath und Grand Funk Railroad. Bands also, die in den  70er-Jahren ihre größte Zeit hatten. Wolfmother nehmen diesen Sound wieder auf und transportieren ihn in die Gegenwart. Vor drei Jahren landeten sie mit ihrem Debüt gleich einen Hit, verkauften eine Million Exemplare und spielten fast ausschließlich in ausverkauften Clubs. Drei Jahre hat das australische Trio für den Nachfolger gebraucht, aber  leider eignen sich nicht alle Nummern  für eine wie oben beschriebene Überlandpartie.</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Sänger und Gitarrist Andrew Stockdale musste sich 2007 eine neue Band suchen, weil er sich mit seinen seinen beiden Mitstreitern  Chris Ross und Myles Heskett überworfen hatte.  Stockdale erweiterte sein Trio zu einem Quartett und holte einen Rhythmusgitarristen hinzu, der ihm einiges an Arbeit abnehmen sollte. In Byron Bay, einem australischen Hippie-Mekka, schrieb  er neue Songs und erarbeitete sie mit seiner Band. Aber einen Song wie &#8220;The Joker And The Thief&#8221; vom Debüt schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel. Deshalb ist &#8220;Cosmic Egg&#8221; immer noch ein ordentliches Retro-Rock-Album geworden, aber eben kein großer Wurf mehr. Einige der neuen Songs hängen etwas durch, stark ist Wolfmother immer dann, wenn sie Tempo bolzen wie in   &#8220;California Queen&#8221;, &#8220;Pilgrim&#8221; oder im zweiten Teil von &#8220;In The Castle&#8221;.  Für die fulminanten Liveauftritte der Band gibt es also weiteren Nachschub, doch beim Songwriting sind Stockdale etwas die Ideen ausgegangen.</span></p>
<p><em><span style="color: #f7f9f9;">Wolfmother: Cosmic Egg (Universal)</span><br />
</em></p>
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		<title>Papst + Mittelalter = Erfolg</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 12:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[die päpstin]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sönke Wortmanns Romanverfilmung &#8220;Die Päpstin&#8221;



Der Titel ist kurz und plakativ. &#8220;Die Päpstin&#8221; (im Original: &#8220;Pope Joan&#8221;) verspricht eine Geschichte, die es    nicht geben kann und nicht geben darf.  Doch es existiert die Legende einer Frau auf dem Papst-Thron. Diese Gerüchte aus grauer Vorzeit  hat sich die amerikanische Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross vorgenommen und daraus 1996 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="dropcaps">
<h5><span style="color: #f7f9f9;">Sönke Wortmanns Romanverfilmung &#8220;Die Päpstin&#8221;</span></h5>
<p style="clear: both; text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://www.moviepilot.de/files/images/0180/4179/P%C3%A4pstin_article.jpg" alt="http://www.moviepilot.de/files/images/0180/4179/P%C3%A4pstin_article.jpg" width="432" height="314" /></p>
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<p><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">D</span><span style="font-size: 13px;"><span style="color: #f7f9f9;">er Titel ist kurz und plakativ. &#8220;Die Päpstin&#8221; (im Original: &#8220;Pope Joan&#8221;) verspricht eine Geschichte, die es    nicht geben kann und nicht geben darf.  Doch es existiert die Legende einer Frau auf dem Papst-Thron. Diese Gerüchte aus grauer Vorzeit  hat sich die amerikanische Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross vorgenommen und daraus 1996 einen Bestseller gestrickt. Die Gleichung: Papst plus Mittelalter gleich Erfolg ging auf, denn der Roman verkaufte  sich allein in Deutschland fünf Millionen Mal. Der Vatikan ist nicht erst seit der vom Boulevard initiierten &#8220;Wir sind Papst&#8221;-Kampagne nach der Wahl des deutschen Erzbischofs Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der katholischen Kirche  von geradezu außergewöhnlichem Interesse. Was passiert hinter den Mauern der Heiligen Stadt? Immer wieder gab es Gerüchte über  Ränke, Intrigen, dunkle Machenschaften und Verbrechen an diesem mysteriösen Ort der Heiligkeit. Warum also sollte es nicht einen weiblichen Papst gegeben haben, dessen skandalöse Existenz  natürlich aus den kirchlichen Annalen getilgt worden ist? Historische Belege liefert Donna Woolfolk Cross nicht, aber die existieren auch  über König Artus   nicht. Bestseller schreien geradezu nach ihrer Umsetzung als Kinostoff. Die Comstantin, in der Vergangenheit mit internationalen Romanverfilmungen wie &#8220;Der Name der Rose&#8221; oder &#8220;Das Geisterhaus&#8221; erfolgreich, hat &#8220;Die Päpstin&#8221; jetzt in die Kinos gebracht &#8211; allerdings nicht ohne eine Menge Anlaufschwierigkeiten.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Ursprünglich sollte Volker Schlöndorff den Roman in  Filmsprache umsetzen, doch der renommierte Regisseur stieg aus dem Projekt aus, weil er neben der Kinofassung parallel einen für das Fernsehen gedachten Mehrteiler drehen sollte. Die Constantin verpflichtete Sönke Wortmann, der sich bisher vor allem mit Komödien und als Dokumentar der deutschen Fußballnationalmannschaft einen Namen gemacht hatte.  So richtig viel ist Wortmann denn zu dem Thema nicht eingefallen. Brav erzählt er die Romanvorlage nach und schildert den Weg der blitzgescheiten Johanna aus ihrem kleinen Weiler Ingelheim über die Scola in Dorstadt und das Kloster Fulda bis hin nach Rom, wo sie zuerst Medicus des Papstes wird und im Jahr 847 selbst den Heiligen Thron besteigt &#8211; als Mann verkleidet.</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Wortmann zeigt das Mittelalter mit allen Klischees. Weil es eine düstere Zeit ist, wird nur im Halbdunkel gedreht, selbst bei Außenaufnahmen bleibt es immer etwas neblig, so wäre die Sonne ein paar Jahrzehnte lang nicht erschienen. Anders  Rom: Die Sonne reflektiert so stark von den Mauern der  südliche Metropole, dass man geneigt ist, im Kino zur Sonnenbrille zu greifen. Man erfährt, dass Mädchen und Frauen im Mittelalter Menschen zweiter Klasse waren und es damals furchtbar dreckig war. Die Kostüme der Darsteller und Komparsen wurden eigens durch den Dreck gezogen, um ein möglichst &#8220;authentisches&#8221; Mittelalter zu zeigen.</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Eigentlich hätte  die kleine Johanna aus Ingelheim in diesen Zeiten keine Chance gehabt, diesem Leben als hart arbeitende Gebärmaschine zu entgehen, doch ihr Leben erscheint wie eine Aneinanderreihung von Sechsern im Lotto. Der Zehnjährigen gelingt die Flucht aus den Fängen des strengen Vaters (Iain Glen) , sie wird in die nur Jungen vorbehaltenen Scola aufgenommen, sie findet einen Ritter, der sie fördert, und als sie  gegen ihren Willen mit dem tumben Sohn eines Schmieds verheiratet werden sollen,  stürmen die Normannen 30 Sekunden vor Johannas &#8220;Ja&#8221;-Wort die Kirche, richten ein Blutbad an, aber der Heldin gelingt die nächste Flucht. Am Ende wird sie zum Papst Johannes Anglicus gekrönt und man fragt sich: Wie konnte es jahrelang unbemerkt bleiben, dass sich hier eine Frau für einen Mann ausgibt?</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Wortmann und auch der Hauptdarstellerin Johanna Wokalek gelingen es in diesen 148 Minuten nicht, die Protagonistin mit einer Aura zu umgeben, die diese beispiellose, eigentlich unmögliche Berufung plausibel macht. Ihre inneren Kämpfe &#8211; die Liebe zu Gott  steht gegen die Liebe zu ihrem Förderer, dem Grafen Gerold ((David Wenham) &#8211; werden nicht besnders tief ausgelotet.  So bleibt &#8220;Die Päpstin&#8221; nur ein Stück biederes deutsches Mainstream-Kino und für den Fußballer Wortmann die Erkenntnis, dass er sich auf sehr seifiges Terrain begeben hat.</span></p>
<p><em><span style="color: #f7f9f9;">Die Päpstin D 2009, 148 Minuten, R: Sönke Wortmann, D: Johanna Wokalek, John Goodman, David Wenham, Iain Glen</span></em></p>
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