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	<title>heinrichs manOEHver &#187; Film</title>
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	<description>ein Kultur-Blog von Heinrich Oehmsen</description>
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		<title>Böser Junge, plötzlich lammfromm</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 10:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Bushido]]></category>
		<category><![CDATA[Hip-Hop]]></category>

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Bushidos Leben im Kino: &#8220;Zeiten ändern dich&#8221;
Bushido wird der Film gefallen, den Regisseur Uli Edel und Drehbuchhautor und Produzent Bernd Eichinger  über ihn gedreht haben. Zwar erzählt er in groben Zügen die Lebensgeschichte des 1978 geboren deutschen Hip-Hop-Stars, doch wird in &#8220;Zeiten ändern dich&#8221; ein geschöntes Bild des höchst umstrittenen Popkünstlers gezeigt. Seinen frauenverachtender Sexismus [...]]]></description>
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<h5>Bushidos Leben im Kino: &#8220;Zeiten ändern dich&#8221;</h5>
<p>Bushido wird der Film gefallen, den Regisseur Uli Edel und Drehbuchhautor und Produzent Bernd Eichinger  über ihn gedreht haben. Zwar erzählt er in groben Zügen die Lebensgeschichte des 1978 geboren deutschen Hip-Hop-Stars, doch wird in &#8220;Zeiten ändern dich&#8221; ein geschöntes Bild des höchst umstrittenen Popkünstlers gezeigt. Seinen frauenverachtender Sexismus (&#8221;Jeden Tag hatte ich zwei oder vier Frauen&#8221;),  seine Schwulenfeindlichkeit, seine Nähe zum Rechtsextremismus spart  der Film &#8211; natürlich &#8211; aus. Bushido hat sich selber ja in Interviews auch immer davon distanziert. Allerdings nicht von seinen Texten, die von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend eingestuft werden. Zum Vorbild taugt dieser junge Mann nicht.</p>
<p>Eichinger und Edel erzählen von einem niedlichen Jungen mit Migrantenhintergrund, der unter häuslicher Gewalt leidet, der allein mit seiner Mutter aufwächst und den &#8220;Erlkönig&#8221; im Deutschunterricht rappen kann. Der als Jugendicher sein Geld mit Drogen  verdient, der oft in Schlägereien verwickelt wird, aber letztlich nur sein Eigentum verteidigt, entweder seine Drogen gegen rivalisierende Dealer oder später sein Luxusautos gegen Neider, die ihm die Reifen aufschlitzen. Da greift einer wie Bushido, was im Japanischen &#8220;Weg des Kriegers&#8221; bedeutet, schon mal zur Selbstjustiz.</p>
<p>Das Leben von Anis Mohamed Youssef Ferchichi, der  vom Boden der Gesellschaft zum gefeierten  Popstar aufsteigt, böte eine Menge  Ansatzpunkt für einen interessanten Film, doch daran ist der sich selbst spielende Rapper und sein Produzent nicht interessiert. Bushido gibt sich lammfromm, &#8220;Zeiten ändern dich&#8221; scheint einzig gemacht zu sein, um dem bösen Rapper  ein anderes Image zu verpassen und ihn aus der Schmuddelecke der Indizierung herauszuholen. &#8220;Respekt&#8221; ist der zentrale Begriff, den er wieder und wieder anführt: &#8220;Wenn du keinen Respekt hast, dann bist du ein Niemand, ein Opfer&#8221;, sagt er. Respekt z.B. für Homosexuelle ist darin jedoch nicht enthalten.</p>
<p>Der Rapper spielt sich selber. Keine gute Entscheidung, denn als Schauspieler taugt er gar nicht. In viele  Sätze legt er so viel Pathos, dass sie dadurch lächerlich klingen. Aber auch die so hochklassige Schauspieler wie Moritz Bleibtreu als ein Art Berliner Pate und Hannelore Elsner als Bushidos Mutter können hier nichts retten,    denn die Dialoge sind holzschnittartig, die Bildsprache erreicht höchstens das Niveau zweitklassiger TV-Seifenopern.</p>
<p>Pressevorführungen zu &#8220;Zeiten ändern Dich&#8221; gab es erst zwei Tage vor Startbeginn. Angeblich, weil die Postproduktion sch verzögert habe. Kann man glauben, muss man aber nicht. Vermutlich hat Eichinger gesehen, dass er nur 90 Minuten Kinomüll produziert hat. Immerhin wurden eine Reihe von Interviews in der deutsche Presselandschaft lanciert, in denen Bushido sich so handzahm gab wie im Film. Fragen zu &#8220;Zeiten ändern dich2 konnten jedoch nicht gestellt werden, weil ja niemand den Film gesehen hat. So wurde der Öffentlichkeit das Bild eines sympathischen Mannes vermittelt, der an Gott glaubt, sich um seine Mutter kümmert und sehr gern ein Vorbild für die Jugend wäre. Der Hip-Hop-Saulus wandelt sich zum Paulus. Wer&#8217;s glaubt!</p>
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		<title>Drecksarbeit im feinen Zwirn</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 17:35:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[George Clooney]]></category>
		<category><![CDATA[Jason Reitman]]></category>
		<category><![CDATA[Up In The Air]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jason Reitmans Komödie &#8220;Up In The Air&#8221;
Ryan Bingham (George Clooney) ist ein moderner Nomade. Die Flugzeuge von American Airlines sind seine Kamele, Oasen zum Ausruhen kennt er allerdings nicht. Dafür ist ein Zeitplan zu eng gesteckt. Bingham ist Experte für Rationalisierung und Firmenverschlankung, Zeit ist da Geld.  Für Chefs, die ihren zum Abschuss freigegebenen Mitarbeitern [...]]]></description>
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<h5>Jason Reitmans Komödie &#8220;Up In The Air&#8221;</h5>
<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter" title="Up In The Air" src="http://thumbs.filmstarts.de/wallpaper/UpInTheAir_scene__07.jpg" alt="" width="414" height="274" /><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">R</span></span>yan Bingham (George Clooney) ist ein moderner Nomade. Die Flugzeuge von American Airlines sind seine Kamele, Oasen zum Ausruhen kennt er allerdings nicht. Dafür ist ein Zeitplan zu eng gesteckt. Bingham ist Experte für Rationalisierung und Firmenverschlankung, Zeit ist da Geld.  Für Chefs, die ihren zum Abschuss freigegebenen Mitarbeitern nicht in die Augen sehen wollen,  macht er die Drecksarbeit.  Mit Charme und Überzeugungskraft redet er den  armen Teufeln, die ihre Arbeit verlieren, ein, dass die Kündigung die  Chance auf einen großartigen Neuanfang ist. &#8220;Karriereübergangsberatung&#8221; nennt Bingham die Gespräche, das einzelne Schicksal interessiert diesen berufsmäßigen Zyniker nicht. Bingham ist ein Mensch ohne persönliche Bindungen und  ohne ein Zuhause. Das Einzige, was ihn interessiert, sind seine Platin-Kreditkarten und die Vielflieger-Medaille seiner Airline für zehn Millionen Flugkilometer, die bisher nur sechs AA-Gäste erreicht haben.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Up In The Air&#8221; von Regisseur Jason Reitman (&#8221;Thank You For Smoking&#8221;, &#8220;Juno&#8221;) wirkt wie ein böser Kommentar zur Wirtschaftskrise, die 2008 die Welt beinahe aus den Angeln hob und später von vielen Unternehmen zur Gesundschrumpfung genutzt wurde. Bingham ist einer dieser Technokraten, die das Ganze aus dem Auge verloren haben und keine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, weil sie sich selbst längst verloren haben.</p>
<p>Binghams Gegenüber ist die junge Natalie Keener (Anna Kendrick). Sie bedroht Binghams Job und seinen Vielflieger-Status, indem sie eine effizientere Methode für die Rationalisierer entwickelt hat,  die Bingham an den Schreibtisch fesseln würden. Doch die Harvard-Absolventin scheitert mit ihren ambitionierten Ideen, weil sie &#8211; anders als Bingham &#8211; noch über ein Wertesystem verfügt. Als eine der Frauen, denen sie gekündigt hat, Selbstmord begeht, schmeißt Natalie ihren Job.</p>
<p>Für die vielen Entlassungsgespräche zwischen Bingham und seinen &#8220;Klienten&#8221; hat Reitman normale Amerikaner vor die Kamera geholt, die tatsächlich von ihren Firmen entlassen worden sind. Ihre Wut, ihre Verzweiflung und Enttäuschung kommt so authentischer herüber, als Schauspieler das erreichen könnten. Arbeitslosigkeit bekommt in &#8220;Up In The Air&#8221;  viele echte Gesichter.</p>
<p>In dieser Komödie mit Tiefgang spürt auch Ryan Bingham irgendwann die Leere des modernen Menschen in sich, der nur im Sinne  seines Arbeitgebers funktioniert. Als er seine Vielflieger-Geliebte Alex (Vera Farmiga) in ihrer Wohnung in Chicago überraschen will, erfährt er, dass sie zwei Leben führt &#8211; eins im Business wie Bingham mit flüchtigen Begegnungen an Hotelbars und noch ein zweites mit ihrer Familie. Die hat für Bingham kaum noch Bedeutung. Als er zur Hochzeit seiner Schwester fliegt, kommt er sich dort wie ein Fremder vor. Doch wenn man über Jahre keine Verbindungen und sozialen Kontakte aufgebaut hat, bleibt nur das Gefühl von Einsamkeit.</p>
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		<title>Eine Liebe in globalen Zeiten</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 20:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[David Kross]]></category>
		<category><![CDATA[Detlev Buck]]></category>
		<category><![CDATA[Same Same But Different]]></category>

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Im Kino: Detlev Bucks Liebesfilm &#8220;Same Same But Different&#8221;
Detlev Buck  musste bis nach Kambodscha fahren, um sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen: In Asien drehte der Regisseur aus Schleswig-Holstein seinen ersten Liebesfilm. &#8220;Same Same But Different&#8221; erzählt die wahre Geschichte eines jungen Backpackers aus Hamburg, der 2003 in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh eine  [...]]]></description>
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<h5>Im Kino: Detlev Bucks Liebesfilm &#8220;Same Same But Different&#8221;</h5>
<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter" title="Same Same But Different" src="http://thumbs.filmstarts.de/image/SameSameButDifferent_scene_01.jpg" alt="" width="400" height="266" /><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">D</span></span>etlev Buck  musste bis nach Kambodscha fahren, um sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen: In Asien drehte der Regisseur aus Schleswig-Holstein seinen ersten Liebesfilm. &#8220;Same Same But Different&#8221; erzählt die wahre Geschichte eines jungen Backpackers aus Hamburg, der 2003 in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh eine  junge Prostituierte kennenlernt, sich in sie verliebt und sie später heiratet, obwohl sie HIV-infiziert ist.</p>
<p>David Kross, den Buck bereits als 15-Jährigen für sein in Berlin-Neukölln spielendes Sozialdrama &#8220;Knallhart&#8221; entdeckte, und die Thailänderin Apinya Sakuljaroensuk spielen das Liebespaar Ben und Ploy. &#8220;Nie zuvor wurde mir so klar bewusst, dass die Bedeutung der Liebe zwischen den Menschen mit der Verantwortung wächst. Nie zuvor wurde mir so deutlich, dass Liebe Arbeit ist&#8221;, sagt Buck und zeigt es. Er schafft sehr zärtliche Momente zwischen den beiden Liebenden. Das beginnt bereits mit der ersten Begegnung, in der Ploy in einer Bar ihren Kopf auf die Schulter von Ben legt, eine Geste, in der viel Vertrauen liegt. Vertrauen, dass der angehende Journalist später einlöst. Als er wieder zurück in Deutschland ist, erfährt er von Ploys Erkrankung und fliegt zu ihr, um mit ihr Ärzte aufzusuchen und Medikamente zu besorgen.</p>
<p>Die &#8220;long distance romance&#8221; zwischen beiden wird noch auf manche Probe gestellt, aber Ben arbeitet an dieser Liebe, weil die Offenheit und die Schönheit Ploys ihn verzaubert. Er begreift, dass diese Frau ihn wirklich liebt und dass sie jede Anstrengung wert ist.</p>
<p>Buck fängt das Problem Aids und den westlichen Sex-Tourismus mit ein, ohne daraus ein Lehrstück zu machen. Er konzentriert sich auf sein Paar und zeigt, wie diese beiden jungen Menschen mit dieser oft tödlichen Krankheit umgehen. Bei der Premiere in Hamburg sagte er: &#8220;Ich liebe Kitsch&#8221;, doch kitschig ist &#8220;Same Same But Different&#8221; nicht geworden.  Sehr wirklichkeitsnah  hat er das Milieu in Kambodscha mit den von Autos und Mopeds verstopften Straßen, mit den heruntergekommenen Bars und den zu engen Wohnungen für die großen Familien eingefangen.  Wie das Paradies erscheint eine Reise, die Ben und Ploy mit einem Boot zu Ploys Familie auf dem Land unternehmen.   Gesprochen wird nicht viel in diesem Film, was mit den Sprachbarrieren zwischen der Asiatin und dem Deutschen zu tun hat, aber auch Bucks Faible für Lakonie.  Diese Unaufgeregtheit bekommt diesem sanften Film, der sich wohltuend von den schrillen Liebesgeschichten Hollywoods abhebt.</p>
<p><em><strong>Same Same But Different </strong>D 2009 100 Min., R: Detlev Buck, D: David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Jens Harzer,  Stefan Konarske</em></p>
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		<title>Die Leiden eines ernsthaften Mannes</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 16:08:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[A Serious Man]]></category>
		<category><![CDATA[Joel & Ethan Coen]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Stuhlbarg]]></category>

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Im Kino: die Komödie &#8220;A Serious Man&#8221; von Joel und Ethan Coen

Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) ist zufrieden mit seinem Leben. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden heranwachsenden Kindern  in einem uniform angelegten Vorort irgendwo im Mittleren Westen.  Er  lehrt Physik an der hiesigen Universität und hat großen Spaß an der Herleitung von mathematischen [...]]]></description>
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<h5>Im Kino: die Komödie &#8220;A Serious Man&#8221; von Joel und Ethan Coen</h5>
<p><img class="alignleft" title="A Serious Man" src="http://www.moviepilot.de/files/images/0248/7874/A_Serious_Man_article.jpg" alt="" width="432" height="283" /></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">L</span></span>arry Gopnik (Michael Stuhlbarg) ist zufrieden mit seinem Leben. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden heranwachsenden Kindern  in einem uniform angelegten Vorort irgendwo im Mittleren Westen.  Er  lehrt Physik an der hiesigen Universität und hat großen Spaß an der Herleitung von mathematischen Formeln, die eine ganze Wandtafel füllen und in den Gesichtern seiner Studenten nur Fragezeichen hinterlassen. Doch von einem Tag auf den anderen gerät Gopniks Leben außer Kontrolle: Seine Frau will sich von ihm scheiden lassen, ein koreanischer Student erpresst ihn, an der Uni gehen diffamierende Briefe ein, die seine Beförderung verhindern sollen. &#8220;Warum ich?&#8221; fleht der bekennende Jude Gopnik zu seinem Gott. Schließlich sucht er Hilfe bei den Rabbis seiner Gemeinde. Doch die erzählen ihm absurde Storys,  statt sich seines Seelenheils anzunehmen.</p>
<p>Larry Gopnik ist &#8220;A Serious Man&#8221;, so der Titel des neuen Films von Joel und Ethan Coen. Nach dem mit Superstars gespickten &#8220;Burn After Reading&#8221; verlassen die Coen-Brüder sich in ihrer neuen Komödie ausschließlich auf unbekannte Schauspieler, die jedoch ihre Rollen mit Bravour meistern. Michael Stuhlbarg zum Beispiel war gerade für einen Golden Globe nominiert, musste die Trophäe jedoch Jeff Bridges überlassen.</p>
<p>&#8220;A Serious Man&#8221; trägt autobiografische Züge, denn auch die Coens (Jahrgang 1954 und 1957) wuchsen in einer jüdischen Gemeinde in einem Vorort von Minneapolis auf. Danny Gopnik (Aaron Wolf), der 13 Jahre alte Sohn von Larry, könnte ein Alter Ego von Joel Coen sein, denn &#8220;A Serious Man&#8221; spielt im Jahr 1967. Danny ist ein Fan von Jefferson Airplane, er kifft gerne und die Vorbereitung auf die Bar Mitzwa langweilt ihn zutiefst. In Interviews haben die Coen-Brüder immer wieder betont, dass sie diese besondere Atmosphäre innerhalb der jüdischen Gemeinschaft transportieren wollten.  Richtiger scheint jedoch ein anderer Satz zu sein: &#8220;Das Witzige für uns an der Geschichte war, immer neue Wege zu finden, wie wir Larry quälen konnten&#8221;, sagt Ethan Coen.</p>
<p>Aus dieser Leidensgeschichte resultiert der Witz von &#8220;A Serious Man&#8221;, denn Larry Gopnik ist unfähig sich zu wehren. Albträume peinigen ihn. Er ist zwar dröge, aber eigentlich ein sympathischer Mensch. Er fordert das Mitleid des Publikums geradezu ein, doch er findet keinen Ausweg aus seinem persönlichen Schlamassel. Gopnik reiht sich in die vielen Verlierer ein, die von den Coen-Brüder kreiert  wurden. Wie in ihren Filmen   üblich, inszenieren sie auch in &#8220;A Serious Man&#8221; eine ganze Reihe von  Figuren, die alle mehr oder weniger neben der Spur laufen: Besonders der an einer Weltformel arbeitende Onkel Arthur ist &#8220;socially awkward&#8221;, die Rabbis scheinen in einem Parallel-Universum zu leben, der  rassistische  Nachbar verbreitet schon beim Rasenmähen Angst und Sy Abelman (Fred Melamed), der häßliche und viel ältere Geliebte von Larrys Frau, ist ein Ausbund an Penetranz.</p>
<p>Joel und Ethan Coen sind Meister darin, den Irrsinn des Alltags in ihren Filmen in Geschichten zu übersetzen. &#8220;A Serious Man&#8221; ist wieder einmal ein gelungenes Beispiel für diese Methode, mit komödiantischen Mitteln hyperreale Wirklichkeiten zu zeigen.  Für Larry Gopnik gibt es daraus kein Entrinnen.  Am Ende des Films ruft ihn sein Arzt an. Der sagt nur einen Satz: &#8220;Es ist dringend.&#8221; Der Leidensweg dieses &#8220;ernsthaften Mannes&#8221; geht weiter.</p>
<p><em><strong>A Serious Man</strong> USA 2009, 105 Min., R, B, P: Joel &amp; Ehan Coen, D: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Aaron Wolf</em></p>
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		<title>Mit der Hilfe von ein paar Freunden</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 19:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Heath Ledger]]></category>
		<category><![CDATA[Terry Gilliam]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Waits]]></category>

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Im Kino: Das Kabinett des Doktor Parnassus
Der britische Filmregisseur Terry Gilliam war zuletzt nicht gerade vom Glück verfolgt. Seine aufwändige Don-Quichotte-Verfilmung ist vorerst gescheitert, seine Filme &#8220;Brothers Grimm&#8221; und &#8220;Tideland&#8221; waren kommerzielle Flops, mitten in den Dreharbeiten zum &#8220;Kabinett des Doktor Parnassus&#8221; starb sein Hauptdarsteller Heath Ledger an einer Überdosis von Medikamenten. Doch zumindest im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="dropcaps">
<h5>Im Kino: Das Kabinett des Doktor Parnassus</h5>
<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter" title="Parnassus" src="http://www.rhein-main.net/sixcms/media.php/rmn01.a.7272.de/sixcms_filename/parnassus.jpg" alt="" width="396" height="560" /><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">D</span></span>er britische Filmregisseur Terry Gilliam war zuletzt nicht gerade vom Glück verfolgt. Seine aufwändige Don-Quichotte-Verfilmung ist vorerst gescheitert, seine Filme &#8220;Brothers Grimm&#8221; und &#8220;Tideland&#8221; waren kommerzielle Flops, mitten in den Dreharbeiten zum &#8220;Kabinett des Doktor Parnassus&#8221; starb sein Hauptdarsteller Heath Ledger an einer Überdosis von Medikamenten. Doch zumindest im letzteren Fall hatte Gilliam trotz des tragischen  Todes von Ledger Glück. Mit Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell sprangen drei Kinostars für ihren toten Kollegen ein, so dass  &#8220;Parnassus&#8221; beendet werden konnte und nun in die deutschen Kinos kommt.</p>
<p>&#8220;Das Kabinett des Doktor Parnassus&#8221; ist ein typischer Terry-Gilliam-Film: bildgewaltig, märchenhaft, labyrinthisch. Parnassus (Christopher Plummer) ist ein Schausteller, der mit seinem altmodischen Wagen durch das London der Gegenwart zieht. In diesem klapprigen Vehikel befindet sich ein Zauberspiegel, mit dessen Hilfe man sich in fantastische Parallelwelten transportieren kann. Doch Parnassus und seine Truppe sind von Geldsorgen geplagt. Außerdem drückt ein immer näher kommender Termin auf das Gemüt des Variete-Künstlers: Vor vielen Jahren hat er mit dem Teufel in Gestalt von Mr. Nick  (Tom Waits) gezockt und die Seele seiner Tochter Valentina (Lily Cole) eingesetzt. An ihrem 16. Geburtstag fällt ihre Seele  an Mr. Nick. In seiner Not versucht Parnassus den Teufel mit Beelzebub auszutreiben: Er wettet noch einmal mit Mister Nick. Wem es binnen drei Tagen als erstem gelingt, fünf Seelen zu gewinnen, dem soll Valentina gehören &#8211; ein phantastischer Wettlauf der Seelenfänger nimmt seinen Lauf.</p>
<p>Unerwartete Hilfe wird Parnassus dabei von einem jungen Mann zuteil, der gerade dabei ist, sich das Leben zu nehmen. Doch der Schausteller rettet Tony (Heath Ledger), der sich fortan seiner Truppe anschließt und sich auch noch in Valentina verliebt. Tony entpuppt sich als gewiefter Seelenfänger, doch auch ihn umgibt ein dunkles Geheimnis.</p>
<p>Gilliam und seine Set-Designer schufen bei den Reisen mit dem Zauberspiegel magische und zauberhafte Welten, die der Vorstellungskraft der Reisenden entspringen.  Gedanken werden plötzlich Wirklichkeit, können zur Bedrohung werden oder das Entree in den siebten Himmel sein.  Wer in dieses &#8220;Imaginarium&#8221; eintaucht, erlebt ein knallbuntes Spektakel   zwischen Spiegelkabinett, Geisterbahn und psychedelischem Trip.  Als Zuschauer ist man überwältigt von dieser Bilderflut und vergisst dabei, das der Plot des Films nicht besonders tief geht. Es bleibt  die alte Geschichte vom Teufel und der armen Seele, hier jedoch mit einem etwas überraschenden und versöhnlichen Ende.</p>
<p>Gilliam zeigt sich in diesem opulenten Märchen  wieder als ein Magier des Kinos. Tom Waits bringt die Faszination für diesen wahnwitzigen Regisseur in einem Satz auf den Punkt: &#8220;Terry ist ein Mann, mit dem du in einem Boot sitzen möchtest, wenn die Welt untergeht.&#8221;</p>
<p><strong>Das Kabinett des Doktor Parnassus</strong> <em>R: Terry Gilliam, D: Christopher Plummer, Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell, Lily Cole, Tom Waits. GB/Kanada 2009, 122 Min.</em></p>
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		<title>Was für ein Desaster!</title>
		<link>http://www.manoehver.net/2009/11/was-fur-ein-desaster/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 17:10:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Emmerich]]></category>

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Roland Emmerichs neuester Katastrophenfilm &#8220;2012&#8243;
Eigentlich wollte Roland Emmerich nach &#8220;Independance Day&#8221; und &#8220;The Day After&#8221; keine Katastrophenfilme mehr drehen. Aber als dann ein Studio mit 200 Millionen Dollar um die Ecke kam, konnte der aus Schwaben stammende Hollywood-Regisseur nicht nein sagen. Zumal es diesmal um den größten Katastrophenfilm aller Zeiten gehen sollte. Nicht nur ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="dropcaps">
<h5><strong><span style="color: #f7f9f9;">Roland Emmerichs neuester Katastrophenfilm &#8220;2012&#8243;</span></strong></h5>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><span style="font-size: large;"><a style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" href="http://3.bp.blogspot.com/_LJ6QQFqMKkw/SvrkNddVekI/AAAAAAAAADI/Nl4nxDwT1gE/s1600-h/2012-main.jpg"><img class="aligncenter" style="cursor: move;" src="http://3.bp.blogspot.com/_LJ6QQFqMKkw/SvrkNddVekI/AAAAAAAAADI/Nl4nxDwT1gE/s400/2012-main.jpg" border="0" alt="" width="400" height="225" /></a>E</span>igentlich wollte Roland Emmerich nach &#8220;Independance Day&#8221; und &#8220;The Day After&#8221; keine Katastrophenfilme mehr drehen. Aber als dann ein Studio mit 200 Millionen Dollar um die Ecke kam, konnte der aus Schwaben stammende Hollywood-Regisseur nicht nein sagen. Zumal es diesmal um den größten Katastrophenfilm aller Zeiten gehen sollte. Nicht nur ein Erdbeben, das Kalifornien in den San-Andreas-Graben rutschen lässt, oder ein Alien-Angriff, der Washington D.C. pulverisiert, nein, diesmal sollte kein Stein mehr auf dem anderen bleiben.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">&#8220;2012&#8243; basiert auf einem alten Maya-Mythos, nachdem die Erde am 21. Dezember 2012 untergeht. Ein paar Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Erdkruste bröckelt und die Erde in einer gigantischen Sintflut untergehen wird. Aufzuhalten ist die Apokalypse nicht, aber nach biblischem Vorbild versuchen die Mächtigen der Welt, ein paar Archen zu bauen, um wenigstens ein paar hunderttausend Exemplare der Spezies Mensch zu retten.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Um die Katastrophe auf eine private Ebene herunterzubrechen, wird der erfolglose Schrifsteller Jackson Curtis (John Cusack) eingeführt, der Wind von den geheimen Regierungsplänen bekommt. Als die Erde zu Beben beginnt und zu einem alles verschlingenden Krater wird, bahnt er  sich zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in verschiedenen Vehikeln einen Weg bis zu den Archen. Die warten mitten in China auf ihre illustren  Reisenden.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">&#8220;2012&#8243; will nicht die Geschichte von Menschen in einer Ausnahmesituation erzählen, Emmerich ging es vor allem darum, seinen virtuosen Umgang mit den special effects zu demonstrieren. Sein Film wirkt wie ein Videospiel, bei dem man mit voller Konzentration und atemberaubendem Tempo ein Auto oder ein Flugzeug um aufreißende Erdspalten und zusammenstürzende Wolkenkratzer bugsieren muss. Kommt man durch, gibt&#8217;s am Ende  ein paar Arche-Punkte.  Wenn man doch von einer zusammenkrachenden Autobahnbrücke erwischt wird, einfach den Reset-Knopf drücken und noch mal von vorn hinein in die Vulkanausbrüche und himalayahohen Tsunamis.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">In einem Interview sagte Emmerich, da die &#8220;visual effcts&#8221; heute so viel einfacher zu beherrschen sein, habe man mehr Zeit für die Schauspieler. Davon ist leider nichts zu merken, denn die Dialoge sind hölzern und oft unfreiwillig komisch. Nebenfiguren wie der dicke russische Milliardär mit seinem blonden Liebchen und den fetten Kindern entspringen üblen Klischees, der amerikanische Präsident (Danny Glover) ist natürlich Afro-Amerikaner und wirkt wie ein altersweiser Barack Obama. Wie ein guter Kapitän verlässt er das sinkende Schiff nicht und harrt im Weißen Haus aus, bis das von  einen Flugzeugträger der US-Marine platt gemacht wird.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Die anderen Staatsmänner gehen derweil an Bord der Archen: die Queen, die deutsche Kanzlerin, der russische Präsident und andere wichtige Repräsentanten. Vermutlich auch Guido Westerwelle.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><em><strong>2012</strong> USA 2009, 150 Min., R: Roland Emmerich; D: John Cusack, Amanda Peet, Woody Harrelson, Thandie Newton, Danny Glover, Chiwetel Ejiofor</em></p></p>
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		<title>Kleine Monster</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 15:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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Michael Hanekes preisgekrönter Film &#8220;Das weiße Band&#8221;

Ein Mund wie ein Strich. Streng. Verkniffen. Kalt. Wenn er sich öffnet, spricht er  Ermahnungen, strenge Regeln, Strafen aus. Die Worte  prasseln auf die Adressaten nieder  wie die Schläge eines Gürtels. Güte hat kaum einen Platz im Denken und Handeln des Pfarrers  (Burghart Klaußner). Jeder in seiner Familie hat [...]]]></description>
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<h5 style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Michael Hanekes preisgekrönter Film &#8220;Das weiße Band&#8221;</span></h5>
<p style="clear: both; text-align: center;"><a style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" href="http://media.kika-dresden.de/newspix/555.jpg"><span style="color: #f7f9f9;"><img class="aligncenter" src="http://media.kika-dresden.de/newspix/555.jpg" border="0" alt="" width="400" height="225" /></span></a></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">E</span></span><span style="color: #f7f9f9;">in Mund wie ein Strich. Streng. Verkniffen. Kalt. Wenn er sich öffnet, spricht er  Ermahnungen, strenge Regeln, Strafen aus. Die Worte  prasseln auf die Adressaten nieder  wie die Schläge eines Gürtels. Güte hat kaum einen Platz im Denken und Handeln des Pfarrers  (Burghart Klaußner). Jeder in seiner Familie hat sich den strengen Regeln und der orthodoxen protestantischen Moral  unterzuordnen. Bei Verstößen setzt es Schläge mit dem Gürtel. Und das weiße Band wird angelegt, das Michael Hanekes &#8220;deutscher Kindergeschichte&#8221; den Titel gibt. Es steht eigentlich für Unschuld und Reinheit,  hier jedoch bedeutet es ein sichtbares  Stigma für die Verfehlungen der Pfarrerskinder Klara und Martin (Leonard Proxauf, siehe Foto)</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Die dörfliche norddeutsche Welt, die Haneke kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges zeigt, ist geprägt von harter Arbeit, Enge  und einem Klima der Repression. Gelacht wird hier nicht. Der Pfarrer als moralische Instanz, der Gutsherr (Ulrich Tukur) als allmächtiger Arbeitgeber und der Arzt (Rainer Bock) sind die Säulen dieses Systems, dem sich jeder unterzuordnen hat. Doch ein paar ungeklärte Vorfälle bringen dieses starre System in Unordnung und bedrohen es: Der Arzt stürzt zu Pferde über einen heimtückisch gespannten Draht, eine Scheune des Gutsbesitzers brennt ab, sein Filius  wird an einen Baum gefesselt gefunden, der zurückgebliebene Sohn der Hebamme (Susanne Lothar)  wird ebenfalls gequält und schwer verletzt, der Pfarrer schließlich findet auf seinem Schreibtisch seinen  mit einer Schere aufgespießten Wellensittich.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Es sind kleine Akte des Terrors, Schuldige werden nicht überführt, aber man ahnt, dass die Dorfkinder hinter diesen Untaten stecken. Sie sehen adrett aus, aber ihre  Gesichter  sind verschlossen und verschlagen. Man spürt, dass sie nicht die Wahrheit sagen, man ahnt, dass sie sich gegen Eltern und Obrigkeiten zur Wehr setzen, aber sie handeln fast nie offen. Haneke zeigt eine Kindergeneration voller Gefühlskälte, kleine Monstren, bereit zu Untaten ohne Gewissensbisse. Eine Generation, die 1933, im Jahr der Machtergreifung durch die Nazis,  etwa 30 Jahre alt sein wird.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Doch diese Kinder sind nur das Produkt des  Systems, das ihnen von den Erwachsenen vorgelebt wird. Selten hat man im Kino eine Szene gesehen, in der ein Mensch mit Worten derart brutal erniedrigt wird wie die Hebamme durch den Arzt, mit dem sie über Jahre ein sexuelles Verhältnis hat und der der Vater ihres behinderten Kindes ist. &#8220;Du bist hässlich, du bist ungepflegt, deine Haut ist schlaff und du riechst aus dem Mund&#8221;, schleudert er der Frau ins Gesicht. &#8220;Ich hab versucht, mir eine andere vorzustellen, wenn ich mit dir schlafe, eine, die gut riecht, die jung ist und weniger ausgeleieret als du, aber das überfordert meine Phantasie&#8230;.Ich hätte auch eine Kuh bespringen können.&#8221; Später missbraucht der Arzt seine 14 Jahre alte Tochter, ein Akt allmächtiger Perversion.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Doch  es gibt auch Figuren, die offen opponieren. Max (Sebastian Hülk), der Sohn eines Bauern, schlägt dem Gutsherren ein Feld mit Kohlköpfen ab, weil er den Baron für den Unfalltod seiner Mutter verantwortlich macht. Die Frau des Barons (Ursina Lardi) verlässt das Dorf mit ihrem Sohn und begibt sich nach Italien. Hier wird das Exil späterer Generationen vorweggenommen, wenngleich es bei der Baronin ein freiwilliges ist. Man muss dieses Land und seine Bewohner fliehen.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Haneke hat &#8220;Das weiße Band&#8221; in schwarz-weiß gedreht, der Himmel über Eichwald, so der Name des Dorfes,  leuchtet nicht blau, er zeigt sich in Grautönen. Die Bilder sind von einer beeindruckenden Brillanz, geschickt arbeiten der Regisseur und sein Kameramann Christian Berger   mit den Möglichkeiten verschiedener Schattierungen und greller Helligkeit. Idyllische Lieblichkeit ist angesichts dieses ästhetischen Verfahrens ausgeschlossen.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><span style="color: #f7f9f9;">Haneke deutet vieles nur an.  Doch gerade diese Auslassungen erzeugen das  Klima der Bedrohlichkeit, der lauernden Brutalität, die sich urplötzlich Bahn bricht, ohne dass man sie kommen sehen könnte. Das ist der Terror, wie ihn unzählige Menschen jeden Tag in den Krisengebieten der Welt erleben. Haneke macht ihn spürbar. Deshalb ist &#8220;Das weiße Band&#8221; einer der herausragenden Filme dieses Jahres und vor ein paar Monaten zu Recht mit der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet worden.</span></p>
<p style="clear: both; text-align: left;"><em><strong><span style="color: #f7f9f9;">Das weiße Band</span></strong><span style="color: #f7f9f9;"> D/A/F/I  2009, 150 Minuten; R. Michael Haneke, D: Burghart Klaußner, Ulrich Tukur, Josef Bierbichler, Steffi Kühnert, Susanne Lothar, Rainer Bock, Detlev Buck, Christian Friedel, Leonie Benesch, Ursina Lardi</span></em></p>
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		<title>Papst + Mittelalter = Erfolg</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 12:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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Sönke Wortmanns Romanverfilmung &#8220;Die Päpstin&#8221;



Der Titel ist kurz und plakativ. &#8220;Die Päpstin&#8221; (im Original: &#8220;Pope Joan&#8221;) verspricht eine Geschichte, die es    nicht geben kann und nicht geben darf.  Doch es existiert die Legende einer Frau auf dem Papst-Thron. Diese Gerüchte aus grauer Vorzeit  hat sich die amerikanische Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross vorgenommen und daraus 1996 [...]]]></description>
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<h5><span style="color: #f7f9f9;">Sönke Wortmanns Romanverfilmung &#8220;Die Päpstin&#8221;</span></h5>
<p style="clear: both; text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://www.moviepilot.de/files/images/0180/4179/P%C3%A4pstin_article.jpg" alt="http://www.moviepilot.de/files/images/0180/4179/P%C3%A4pstin_article.jpg" width="432" height="314" /></p>
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<p><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">D</span><span style="font-size: 13px;"><span style="color: #f7f9f9;">er Titel ist kurz und plakativ. &#8220;Die Päpstin&#8221; (im Original: &#8220;Pope Joan&#8221;) verspricht eine Geschichte, die es    nicht geben kann und nicht geben darf.  Doch es existiert die Legende einer Frau auf dem Papst-Thron. Diese Gerüchte aus grauer Vorzeit  hat sich die amerikanische Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross vorgenommen und daraus 1996 einen Bestseller gestrickt. Die Gleichung: Papst plus Mittelalter gleich Erfolg ging auf, denn der Roman verkaufte  sich allein in Deutschland fünf Millionen Mal. Der Vatikan ist nicht erst seit der vom Boulevard initiierten &#8220;Wir sind Papst&#8221;-Kampagne nach der Wahl des deutschen Erzbischofs Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der katholischen Kirche  von geradezu außergewöhnlichem Interesse. Was passiert hinter den Mauern der Heiligen Stadt? Immer wieder gab es Gerüchte über  Ränke, Intrigen, dunkle Machenschaften und Verbrechen an diesem mysteriösen Ort der Heiligkeit. Warum also sollte es nicht einen weiblichen Papst gegeben haben, dessen skandalöse Existenz  natürlich aus den kirchlichen Annalen getilgt worden ist? Historische Belege liefert Donna Woolfolk Cross nicht, aber die existieren auch  über König Artus   nicht. Bestseller schreien geradezu nach ihrer Umsetzung als Kinostoff. Die Comstantin, in der Vergangenheit mit internationalen Romanverfilmungen wie &#8220;Der Name der Rose&#8221; oder &#8220;Das Geisterhaus&#8221; erfolgreich, hat &#8220;Die Päpstin&#8221; jetzt in die Kinos gebracht &#8211; allerdings nicht ohne eine Menge Anlaufschwierigkeiten.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Ursprünglich sollte Volker Schlöndorff den Roman in  Filmsprache umsetzen, doch der renommierte Regisseur stieg aus dem Projekt aus, weil er neben der Kinofassung parallel einen für das Fernsehen gedachten Mehrteiler drehen sollte. Die Constantin verpflichtete Sönke Wortmann, der sich bisher vor allem mit Komödien und als Dokumentar der deutschen Fußballnationalmannschaft einen Namen gemacht hatte.  So richtig viel ist Wortmann denn zu dem Thema nicht eingefallen. Brav erzählt er die Romanvorlage nach und schildert den Weg der blitzgescheiten Johanna aus ihrem kleinen Weiler Ingelheim über die Scola in Dorstadt und das Kloster Fulda bis hin nach Rom, wo sie zuerst Medicus des Papstes wird und im Jahr 847 selbst den Heiligen Thron besteigt &#8211; als Mann verkleidet.</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Wortmann zeigt das Mittelalter mit allen Klischees. Weil es eine düstere Zeit ist, wird nur im Halbdunkel gedreht, selbst bei Außenaufnahmen bleibt es immer etwas neblig, so wäre die Sonne ein paar Jahrzehnte lang nicht erschienen. Anders  Rom: Die Sonne reflektiert so stark von den Mauern der  südliche Metropole, dass man geneigt ist, im Kino zur Sonnenbrille zu greifen. Man erfährt, dass Mädchen und Frauen im Mittelalter Menschen zweiter Klasse waren und es damals furchtbar dreckig war. Die Kostüme der Darsteller und Komparsen wurden eigens durch den Dreck gezogen, um ein möglichst &#8220;authentisches&#8221; Mittelalter zu zeigen.</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Eigentlich hätte  die kleine Johanna aus Ingelheim in diesen Zeiten keine Chance gehabt, diesem Leben als hart arbeitende Gebärmaschine zu entgehen, doch ihr Leben erscheint wie eine Aneinanderreihung von Sechsern im Lotto. Der Zehnjährigen gelingt die Flucht aus den Fängen des strengen Vaters (Iain Glen) , sie wird in die nur Jungen vorbehaltenen Scola aufgenommen, sie findet einen Ritter, der sie fördert, und als sie  gegen ihren Willen mit dem tumben Sohn eines Schmieds verheiratet werden sollen,  stürmen die Normannen 30 Sekunden vor Johannas &#8220;Ja&#8221;-Wort die Kirche, richten ein Blutbad an, aber der Heldin gelingt die nächste Flucht. Am Ende wird sie zum Papst Johannes Anglicus gekrönt und man fragt sich: Wie konnte es jahrelang unbemerkt bleiben, dass sich hier eine Frau für einen Mann ausgibt?</span></p>
<p><span style="color: #f7f9f9;">Wortmann und auch der Hauptdarstellerin Johanna Wokalek gelingen es in diesen 148 Minuten nicht, die Protagonistin mit einer Aura zu umgeben, die diese beispiellose, eigentlich unmögliche Berufung plausibel macht. Ihre inneren Kämpfe &#8211; die Liebe zu Gott  steht gegen die Liebe zu ihrem Förderer, dem Grafen Gerold ((David Wenham) &#8211; werden nicht besnders tief ausgelotet.  So bleibt &#8220;Die Päpstin&#8221; nur ein Stück biederes deutsches Mainstream-Kino und für den Fußballer Wortmann die Erkenntnis, dass er sich auf sehr seifiges Terrain begeben hat.</span></p>
<p><em><span style="color: #f7f9f9;">Die Päpstin D 2009, 148 Minuten, R: Sönke Wortmann, D: Johanna Wokalek, John Goodman, David Wenham, Iain Glen</span></em></p>
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