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	<title>heinrichs manOEHver &#187; Konzertberichte</title>
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	<description>ein Kultur-Blog von Heinrich Oehmsen</description>
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		<title>Zwischen Falsett und Bariton</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 16:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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Die Wild Beasts spielten im Uebel &#38; Gefährlich
Sie kommen ebenso aus Leeds wie die Kaiser Chiefs, doch die Wild Beasts klingen eher wie eine dieser coolen neuen Bands aus dem New Yorker Viertel Williamsburg. Mit Tempo  rausgehauene Gassenhauer im 4/4-Takt sind ihre Sache nicht, die Wild Beasts arbeiten mit Polyrhythmik zu der jeder der vier [...]]]></description>
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<h5><span style="color: #f7f9f9;">Die Wild Beasts spielten im Uebel &amp; Gefährlich</span></h5>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><span style="font-size: large;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-175" title="wild-beasts-resized-main" src="http://www.manoehver.net/wp-content/uploads/2009/12/wild-beasts-resized-main-300x207.jpg" alt="wild-beasts-resized-main" width="300" height="207" />S</span>ie kommen ebenso aus Leeds wie die Kaiser Chiefs, doch die Wild Beasts klingen eher wie eine dieser coolen neuen Bands aus dem New Yorker Viertel Williamsburg. Mit Tempo  rausgehauene Gassenhauer im 4/4-Takt sind ihre Sache nicht, die Wild Beasts arbeiten mit Polyrhythmik zu der jeder der vier Musiker seinen individuellen Beat beiträgt. Auch die Falsett-Stimme von Hayden Thorpe ist nicht gerade das geeigenete Organ, um betrunkene Fans zum Mitgrölen zu animieren. Die Wild Beasts gehören eher in die Abteilung Art-Rock, ohne dass sie ihre Songs jedoch überladen würden.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Ihr Konzert im leider nur mäßig gefüllten Hamburger Uebel &amp;amp; Gefährlich zeigte, warum die immer etwas marktschreierische englische Presse sie als die beste Indie-Band der vergangenen zehn Jahre bezeichnet: Die Wild Beasts sind variantenreiche Rhythmiker, erstklassige Songschreiber und haben mit Thorpe und Tom Fleming zwei ausdrucksstarke Sänger. wobei Flemings  Bariton einen schönen Kontrast zur hohen Stimme seines Freundes und Kollegen bildet. Obwohl nur etwa 200 Zuhörer vor der Bühne stehen, legen die die vier Freunde aus der nordenglischen Industriestadt mächtig ins Zeug. Sie nehmen ihre Musik sehr ernst; deshalb haben sie auch zwei Jahre im Übungsraum verbracht, bevor sie ihre ersten Auftritte in lokalen Pubs hatten. &#8220;Das schlimmste wäre gewesen, sich dort zu blamieren&#8221;, sagt Hayden Thorpe. Doch obwohl sie veritable Musiker sind, hat es für hohe Chart-Plazierungen noch nicht gereicht. Zwei Alben hat die Band bisher auf dem Domino-Label veröffentlicht, auf dem auch Franz Ferdinand zu Hause ist: im vergangenen Jahr das Debüt &#8220;Limbo, Panto&#8221; und in diesem Jahr &#8220;Two Dancers&#8221;.Doch die Songs darauf sind zu sperrig, zu verspielt und wohl auch ein wenig zu sophisticated für den Mainstream. Das aufmerksame Publikum im Hamburger Bunker-Club jedoch liebte die Wild Beasts. Es tanzte, es jubelte und hinterher stellten sich viele an den kleinen Merchandising-Stand, um eine CD oder ein T-Shirt als Erinnerung zu kaufen.  Einnahmen, die diese hoffnungsvolle Band sicher noch gut gebrauchen hat. Man wünscht ihnen und ihrer Plattenfirma einen langen Atem, um die Wild Beasts spätestens mit dem nächsten Album populär zu machen. Gut, dass bei Domino durch Franz Ferdinand immer noch eine Menge Geld in die Labelkassen fließt.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><strong><br />
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</p>
<p style="margin: 0px;"><strong> </strong></p></p>
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		<title>Was für ein charmanter Mann!</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 22:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzertberichte]]></category>
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Morrissey im Congress Centrum Hamburg
Die Große Freiheit oder das Docks hätten  für Morrisseys jüngsten Auftritt auch gereicht, denn  nur etwa 1500 seiner Fans waren bereit, zwischen 50 und 70 Euro für eine Karte zu bezahlen. Diejenigen, die das Geld nicht abgeschreckt  hat, werden den teuren Konzertbesuch jedoch nicht bereut haben, denn der gereifte &#8220;mancunian boy&#8221; [...]]]></description>
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<h5><span style="color: #f7f9f9;">Morrissey im Congress Centrum Hamburg</span></h5>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-size: large;"><img class="aligncenter size-full wp-image-165" title="morrissey460" src="http://www.manoehver.net/wp-content/uploads/2009/12/morrissey460.jpg" alt="morrissey460" width="460" height="300" />D</span>ie Große Freiheit oder das Docks hätten  für Morrisseys jüngsten Auftritt auch gereicht, denn  nur etwa 1500 seiner Fans waren bereit, zwischen 50 und 70 Euro für eine Karte zu bezahlen. Diejenigen, die das Geld nicht abgeschreckt  hat, werden den teuren Konzertbesuch jedoch nicht bereut haben, denn der gereifte &#8220;mancunian boy&#8221; zeigte wieder einmal, was für ein Ausnahmesänger er ist.</p>
<p style="margin: 0px;">Sein großes Thema ist auch an diesem Abend die Liebe.<em>&#8220;You can kick me / you can punch me/ you can break my face/but you won&#8217;t change the way I feel/ cause I love you&#8221;</em> singt er in der Smiths-Nummer &#8220;Is It Really So Strange?&#8221;. Liebe muss etwas aushalten können und liegt immer sehr nah beim Leid, das ist Morrisseys Botschaft. Egal, ob hetero- oder homosexuelle Liebe, der Schmerz bleibt gleich. Seine Fans sind treu und hängen diesem Grandseigneur des New Wave an den Lippen, seit er vor einem Vierteljahrhundert mit seiner Band The Smiths auftauchte und mit seinen Songs die 80er-Jahre prägte wie niemand sonst. Das ist im wenig charmanten CCH nicht anders.</p>
<p style="margin: 0px;">Schon beim ersten Ton von &#8220;This Charming Man&#8221;, ebenfalls ein früher Smiths-Hit, springt das Publikum von den Sitzen, drängt sich vor die Bühne, um &#8220;Mozza&#8221; nahe zu sein und ihn am liebsten zu berühren. Der Abend bekommt Club-Atmosphäre, angesichts des Tempos und der Lautstärke der exquisiten Band hätte es sowieso niemand in den Sesseln gehalten. Er hantiert mit dem  Mikrofonkabel wie mit einem  Lasso, er ist permanent in Bewegung, er wirkt wie Getriebener, der  seine Gefühle herauslassen MUSS, sei es Trauer, der Schrei nach Errettung oder einfach Wut wie in &#8220;Irish Blood, English Heart&#8221;, einer bitterbösen Abrechnung mit seiner Heimat.  In den Himmel sehnt er sich nicht, <em>&#8220;when I die I want to go to hell&#8221;</em>, singt er in &#8220;One Day Goodbye Will Be Farewell&#8221;.</p>
<p style="margin: 0px;">Morrissey ist ein wortgewaltiger Poet und Romantiker vom Schlage eines John Keats, dem er in &#8220;Cemetry Gates&#8221; huldigt; ein Bohemien mit französischer Eleganz und Lichtjahre entfernt von den rüpelhaften Hooligans seiner Heimat. Natürlich bricht er ein Konzert ab, wie vor einigen Tagen in Liverpool, als ihn ein Bierbecher am Kopf traf. Morrissey war nie ein Punk, seine Wildheit ist kontrolliert, aber es brodelt ihn ihm. Humor hat er übrigens auch. In einer seiner wenigen Ansagen, warnte er sein Publikum davor, vor der Halle gefälschte Poster zu kaufen, die ihn zusammen mit Cliff Richard zeigen. &#8220;Der ist schon 72, aber er sieht auf dem Plakat jünger aus als ich. Kauft das nicht!&#8221;</p>
<p style="margin: 0px;">Seine enthusiastischen Anhänger hätten sich noch Dutzende weiterer Songs gewünscht, doch nach 85 Minuten mit 20 Liedern und &#8220;Something Is Squeezing My Skull&#8221; als einziger Zugabe ist Schluss. Doch keine Pfiffe, kein Murren. Als das Saallicht aufleuchtet, trottet die Menge zum Ausgang. Zufrieden, erfüllt und beseelt.</p></p>
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		<title>Coole Jungs aus Versailles</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 23:51:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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Phoenix im ausverkauften Docks, Hamburg
Sie haben die Rockmusik nicht neu erfunden, doch sie machen alles richtig. Deshalb sind Phoenix derzeit die coolste europäische Band (das U.K. nehmen wir da mal aus) und die Lieblinge hipper (männlich) und schöner (weiblich)  Thirtysomethings. Ihre Songs sind gerader New-Wave-Gitarrenpop mit dieser typisch französischen Nonchalance. Ihr Sänger Thomas Mars ist [...]]]></description>
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<h5><strong><span style="color: #f7f9f9;">Phoenix im ausverkauften Docks, Hamburg</span></strong></h5>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><span style="font-size: large;"><img class="alignleft size-medium wp-image-156" title="Phoenix - D-Club" src="http://www.manoehver.net/wp-content/uploads/2009/12/phoenix-200x300.jpg" alt="Phoenix - D-Club" width="200" height="300" />S</span>ie haben die Rockmusik nicht neu erfunden, doch sie machen alles richtig. Deshalb sind Phoenix derzeit die coolste europäische Band (das U.K. nehmen wir da mal aus) und die Lieblinge hipper (männlich) und schöner (weiblich)  Thirtysomethings. Ihre Songs sind gerader New-Wave-Gitarrenpop mit dieser typisch französischen Nonchalance. Ihr Sänger Thomas Mars ist ein gutaussehender Frontmann ohne Allüren und ohne Berührungsängste. Im Zugabenteil der Hamburger Docks-Show steht er plötzlich auf einer der beiden Theken und bedankt sich für die euphorischen Reaktionen des Publikums. In der Anfangsphase der Band saß Mars noch hinterm Schlagzeug, doch weil niemand von seinen Kumpels singen konnte, musste er ans Mikro. Seitdem verpflichten Phoenix Gasttrommler. In Hamburg hatten sie den Schweden Thomas Hedlund dabei. Hedlund bearbeitet Trommeln und Becken als hätte er früher in den Wäldern Mittelschwedens Bäume gefällt &#8211; und zwar nicht mit der Kettensäge, sondern mit der Axt. Sein knallharter Stil bereichert den Sound von Phoenix und gibt ihm zusätzliche Wucht, besonders schön bei einem Song wie &#8220;Run Run Run&#8221; zu hören.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Das aktuelle Album der Band aus Versailles heißt &#8220;Wolfgang Amadeus Phoenix&#8221;, ihr Konzert beginnt die Band mit &#8220;Lisztomania&#8221;. Die Franzosen verehren diese großen klassischen Komponisten, doch ein Klassik-Rock-Crossover ersparen sie ihren Fans. Wäre auch nicht cool. An Liszt bewundern sie, dass seine Konzerte im 19. Jahrhundert regelmäßig außer Kontrolle gerieten, was bei Phoenix jedoch nicht passiert. Dafür ist ihr Publikum wiederum zu cool. Einen Ausflug in experimentellere Gefilde erlauben sie sich beim ersten Teil von &#8220;Love Like A Sunset&#8221;, da hat Thomas Mars Pause und die fünf Instrumentalisten ergehen sich in das  minimalistische Ausloten einzelner Töne. Was die Hörgewohnheiten einiger weiblicher Anhänger doch überfordert, die sich angesichts der Klangfrickeleien  lieber über die Vorzüge von Prada-Handtaschen aus lassen. Doch als Thomas Mars im zweiten Teil des Songs wieder auf der Bühne erscheint, ist die Aufmerksamkeitsschwelle wieder deutlich erhöht.  Als er im Zugabenteil &#8220;Everything Is Everything&#8221;, den größten Hit der Band,  allein  mit Gitarrist Laurent Brancowitz  als Ballade interpretiert, ist ihm ein Platz in den Träumen seiner weiblichen Anhängerschaft gewiss. Und all diejenigen, die beim letzten Song mit den Musikern  auf der Bühne tanzen durften, werden davon sicher noch im kommenden Jahr schwärmen. Das hatte allerdings etwa von Kinderparty. Und war nicht ganz so cool.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><em>Photos: ©Stefan Malzkorn/Hamburg</em></p></p>
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		<title>Schubladen-Verweigerer</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 15:49:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[grizzly bear]]></category>
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Grizzly Bears Tourauftakt im Hamburger Grünspan
Am Anfang ein Jazz-Groove. Lässig, entspannt. Doch das ist nur eine klitzekleine Facette im Klangkosmos von Grizzly Bear. Schnell ändern sich die Atmosphären der Kompositionen und mäandern in völlig andere Richtungen. Elemente von Folkmusik tauchen auf, E-Gitarren machen den Sound plötzlich laut, verschwinden wieder und machen Platz für hellen mehrstimmigen [...]]]></description>
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<h5><span style="font-size: small;"><span style="color: #f7f9f9;">Grizzly Bears Tourauftakt im Hamburger Grünspan</span></span></h5>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-size: large;">A</span>m Anfang ein Jazz-Groove. Lässig, entspannt. Doch das ist nur eine klitzekleine Facette im Klangkosmos von Grizzly Bear. Schnell ändern sich die Atmosphären der Kompositionen und mäandern in völlig andere Richtungen. Elemente von Folkmusik tauchen auf, E-Gitarren machen den Sound plötzlich laut, verschwinden wieder und machen Platz für hellen mehrstimmigen Harmoniegesang. Das New Yorker Quartett um den Sänger Edward Droste, der Grizzly Bear 1999 als Soloprojekt startete, entzieht sich jeglichen Schubladen. Zu sperrig und zu verschieden sind die einzelnen Songs, wobei der Begriff bereits in die Irre führt. Die typische Folge von Strophe und Refrain gibt es bei Grizzly Bear nicht. Jede Nummer fängt an und bewegt sich auf verschlungenen Wegen auf ein Ende hin, das niemals den Anfang wieder aufgreift. Wiedererkennbare Riffs gehören ebenfalls nicht zum Werkzeug der vier Musiker aus New York, die in Williamsburg, einem hippen Viertel von Brooklyn leben und arbeiten.</p>
<p style="margin: 0px;">Als ihr drittes Album &#8220;Veckatimest&#8221; in diesem Frühjahr erschien, gab es kaum eine renommierte Zeitung, die das Werk nicht über den grünen Klee lobte. Insofern ist es kein Wunder, das das Hamburger Grünspan fast ausverkauft ist, obwohl mit Placebo und den Virgins zwei weitere angesagte Bands an diesem Abend in der Hansestadt spielen. Aber Grizzly Bear stehen zum ersten Mal auf einer Hamburger Bühne, insofern ist das Interesse groß. Gebannt und konzentriert folgen die Zuhörer den New Yorkern. Der Überraschungseffekt ist eine der Stärken dieser spröden Band, die sich fernab des Mainstreams positioniert hat. Grizzly Bear schichtet verschiedene Sounds übereinander, aus denen bizarre Gebilde entstehen, aber diese Gebirge sind weniger ein kompaktes Massiv als eine  Ansammlung von steil abfallenden Graten. Die Musiker sind Meister der Nuancierung, selbst wenn die Lautstärke zunimmt und Ansätze von Rockmusik zu erkennen sind. Aber eindeutige Zitate sind ebenfalls nicht die Sache von Ed Droste, Daniel Drossen, Chris Taylor und Christopher Bear. Ganz bewusst entziehen sie sich einer Eindeutigkeit, um sich genremäßig nicht verorten zu lassen.</p>
<p style="margin: 0px;">Nicht nur die Kompositionen dieser grandiosen Band sind ungewöhnlich, auch beim Bühnendesign hat sie sich etwas einfallen lassen. Außer den üblichen Spotlights illuminieren 35 gläserne Laternen die Bühne und schaffen eine warme, fast gemütliche Atmosphäre. Obwohl sicher nicht beabsichtigt, mutet das gelbe Licht  vorweihnachtlich an.</p></p>
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		<title>Grenzenlose Freiheit im Saal Baltic</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 14:56:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Rolling Stone Weekender]]></category>

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 Rolling Stone Weekender am Weißenhäuser Strand
Von außen versprüht die Ferienanlage Weißenhäuser Strand den Charme einer Plattenbausiedlung. Die Restaurants in dem Ferienzentrum an der Hohwachter Bucht heißen &#8220;Witthüs&#8221;, &#8220;Deichgraf&#8221; und &#8220;Fischkiste&#8221;, das Ambiente mit seinen falschen griechischen Säulen und den ebenso gefaketen Geranienbalkonen sind Ausdruck von Spießigkeit und stilistischem Frevel gleichermaßen.  Doch wenn eine erstklassige [...]]]></description>
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<h5><span style="font-size: large;"> <span style="font-size: small;"><span style="color: #f7f9f9;">Rolling Stone Weekender am Weißenhäuser Strand</span></span></span></h5>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-size: large;"><img class="alignleft size-medium wp-image-143" title="Rolling Stone Weekender" src="http://www.manoehver.net/wp-content/uploads/2009/11/flamingLips11-200x300.jpg" alt="Rolling Stone Weekender" width="200" height="300" />V</span>on außen versprüht die Ferienanlage Weißenhäuser Strand den Charme einer Plattenbausiedlung. Die Restaurants in dem Ferienzentrum an der Hohwachter Bucht heißen &#8220;Witthüs&#8221;, &#8220;Deichgraf&#8221; und &#8220;Fischkiste&#8221;, das Ambiente mit seinen falschen griechischen Säulen und den ebenso gefaketen Geranienbalkonen sind Ausdruck von Spießigkeit und stilistischem Frevel gleichermaßen.  Doch wenn eine erstklassige Band auf der Bühne steht, ist es egal, wie sehr das verschnörkelte Teppichmuster im Saal Baltic die Augen beleidigt. Der Ort des ersten Rolling Stone Weekenders ist  zwar nicht so cool wie das Hamburger Molotow oder die New Yorker Mercury Lounge, aber das Programm der zwei Tage hat es in sich.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Zielgruppe des Weekenders sind Familien mit Kindern und Männer der Altersklasse Ü40, die mit ihren Kumpels mal wieder ein richtiges Rock &#8216;n&#8217;Roll-Wochenende erleben wollen. Mit viel Bier und viel Gitarrenmusik also, aber ohne Zeltübernachtung und Dixi-Klos. Doch wer  geglaubt hätte, das Programm würde vor allem eine Reihe von mehr oder weniger abgehalfterten Retro-Rockbands präsentieren, sieht sich angenehm überrascht. Als Zugpferde stehen Namen auf dem Programm, die auch beim jungen Rockpublikum großen Respekt genießen wie die Editors, die Flaming Lips und Wilco. Und es gibt bei diesem Alt-Männer-Festival sogar einiges zu entdecken, was vom musikalischen Mainstream Lichtjahre  entfernt liegt wie die US-Combos Akron/Family oder Cymbals Eat Guitars.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Hinter Akron/Family, im New Yorker Stadtteil Brooklyn zu Hause, verbergen sich drei junge bärtige Krachmacher, die aussehen, als seien sie mit einer Zeitmaschine aus dem Jahr 1969 in die Gegenwart gereist. Gitarrist Seth Olinsky wirkt mit seinen langen Haaren und dem Stirnband wie ein Hippie auf dem Weg nach Woodstock. Doch Akron/Family sind eben keine Nostalgiker, die dem  &#8220;Make Love Not War&#8221;-Credo nachhängen, sondern drei geradezu analytische Musiker, deren Reise in der Jetzt-Zeit beginnt und die   sich zurücksehnen in die Aufbruchsstimmung der späten Sechziger Jahre. Damals war Rockmusik noch nicht durchformatiert, Bands besaßen damals  eine fast grenzenlose Freiheit in ihren musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, und das Publikum folgte ihnen mit offenen Ohren. Akron/Family nehmen sich wieder diese Freiheit und spielen Stücke von annähernd 30 Minuten Länge. Rockimprovisationen gehen über in eine Art indianischen Gesang, auf die Trance folgen Rückkoppelungen, elektronische Geräusche und ein Rap von Schlagzeuger Dana Janssen, bis dieses gewaltige Klanggebirge mit ein paar  Schellentönen zart verklingt. Akron/Family sind mit ihrem experimentellen Rock ein aktueller Gegenentwurf zu all den durchgestylten Rockbands. Ihre Musik ist politisch, weil sie  diese engen Genre-Bandagen zugunsten einer  stilistischen Freiheit löst, in der alles möglich und erlaubt ist.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Eine andere Art von politischer Rockkultur erleben die 2500 Zuschauer mit Billy Bragg im großen  Vier-Mast-Zelt. Der britische Sänger ist, seit er seine Karriere in den späten 70er-Jahren begann, ein Troubadour der Arbeiterklasse. Er prangert die englische Monarchie genauso an wie er die Banken und den Kapitalismus als Alleinschuldige für die Weltwirtschaftskrise ausgemacht hat. Doch Bragg ist kein politischer Eiferer, er verpackt seine Botschaften in schlichte Folksongs und witzige Moderationen, die oftmals doppelt so lang sind wie seine Songs. Dabei kommt er zuweilen vom Hundertsten ins Tausendste wie bei der Ankündigung eines Woody-Guthrie-Liedes: Dessen Hommage an die Schauspielerin Ingrid Bergman wird bei Bragg zu einer verbalen Kette, die   von   Roberto Rossellinis nach einer Vulkaninsel  &#8220;Stromboli&#8221; genannten Film über Isabella Rossellini und David Lynch zurück zu Woody Guthries  Geschlechtsteil führt, das sich so hart anfühlt wie Vulkanstein.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Als Wilco den Rolling Stone Weekender am späten Sonnabend beschließen, kehrt Bragg noch einmal auf die Bühne zurück, denn zusammen mit Wilco-Frontmann Jeff Tweedy hat  er Songs aus dem Nachlass des berühmten US-Folksängers  Woody Guthrie vertont. Bragg gehört sozusagen zur erweiterten Wilco-Familie. Das Kollektiv aus Chicago spielt ein frenetisch gefeiertes Konzert. Mit teilweise drei Gitarren erzeugen Tweedy und seine Kumpane einen  Klangwall, so wuchtig wie eine alles mitreißende Monsterwelle. Neben dem Kanadier Neil Young ist Tweedy inzwischen der bedeutendste Rockmusiker Nordamerikas.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Von den insgesamt 23 Solisten und Bands, die an diesem Wochenende an der Ostsee auftraten, muss außer den soliden Editors und der bunten Konfetti-Show der Flaming Lips (Foto: Stefan Malzkorn) der US-Sänger Brendan Benson besonders positiv erwähnt werden. Eigentlich hatte der Sänger von Jack Whites Nebenprojekt Raconteurs damit gerechnet, auch auf der großen Zeltbühne aufzutreten. Stattdessen findet er sich im etwa 200 Zuhörer fassenden &#8220;Witthüs&#8221; wieder. Vielleicht bekommt ihm die clubähnliche Enge gut, denn Benson liefert ein paar ruppige Versionen seiner Songs aus dem im Sommer erschienenen Album &#8220;My Old, Familiar Friend&#8221; ab. Auf Platte klingen diese Songs wie reiner Gitarren-Pop, live kommen die Nummern um einige Grade härter rüber. Auch Benson gehört zu den angenehmen Überraschungen des Wochenendes.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">Überhaupt sieht man am Sonntagmorgen nur zufriedene Gesichter. Die Wege zwischen den insgesamt vier Bühnen waren kurz, das Programm von hoher Qualität, die Organisation reibungslos, die Atmosphäre entspannt. Das eingangs beschriebene Ambiente des Ferienzentrums spielte keine Rolle. Könnte sein, dass  der Rolling Stone Weekender bald ein festen Platz im internationalen Festivalkalender einnimmt. Im kommenden November geht er in die nächste Runde.</p>
<p style="text-align: justify; margin: 0px;">
<p style="text-align: justify; margin: 0px;"><em>Photos: ©Stefan Malzkorn/Hamburg</em></p></p>
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		<title>Beat-Combo neben der Spur</title>
		<link>http://www.manoehver.net/2009/10/beat-combo-neben-der-spur/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 23:44:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Color Line Arena]]></category>
		<category><![CDATA[Mando Diao]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mando Diao in der Color Line Arena Hamburg

Am Anfang war das Molotow.  In dem Kellerclub am Spielbudenplatz gab Mando Diao vor 100 Zuschauern   ihr erstes Hamburg-Konzert.  Die fünf jungen Schweden aus Borlänge spielten einen ruppigen Beat, das Publikum war angesichts der energiegeladenen Show völlig aus dem Häuschen. Die Band um die Sänger und Gitarristen Björn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="dropcaps">
<h5><span style="color: #f7f9f9;">Mando Diao in der Color Line Arena Hamburg</span></h5>
<p style="margin: 0px;">
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">A</span><span style="font-size: 13px;"><span style="color: #f7f9f9;">m Anfang war das Molotow.  In dem Kellerclub am Spielbudenplatz gab Mando Diao vor 100 Zuschauern   ihr erstes Hamburg-Konzert.  Die fünf jungen Schweden aus Borlänge spielten einen ruppigen Beat, das Publikum war angesichts der energiegeladenen Show völlig aus dem Häuschen. Die Band um die Sänger und Gitarristen Björn Dixgard  und Gustaf Noren rieb sich verwundert  die Augen ob des lautstarken Beifalls. Noch mehr gingen den jungen Musikern allerdings die Augen über, als sie später den Kiez erkundeten. Das war 2003. Damals stand Mando Diao am Anfang ihrer Karriere und galt als extrem cool. Sechs Jahre später werden sie in der Color Line Arena von 7000 Fans beklatscht und gefeiert, doch  nun sind sie nur noch eine Rockband, die im Mainstream angekommen ist. Die Coolness ist irgendwo auf der Strecke geblieben.</span></span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="color: #f7f9f9;">Was ja nicht zwangsläufig der Fall sein muss, bloß weil die Popularität plötzlich einen Quantensprung gemacht hat. Denn wer hat Mando Diao zum Beispiel geraten, ein gigantisches Lichtdesign einzusetzen. Überall flackert und flimmert es, Leinwände leuchten auf und verschwinden wieder. Es scheint, als würde ein Zauberlehrling diese außer Rand und Band geratene Lightshow dirigieren. Sie hat keine sichtbare Funktion, sie verstärkt die Musik nicht, sie lenkt eher ab. Der ganze Zinnober war sicher teuer, wirkt dennoch billig. Nur weil man plötzlich in einer Arena spielt, ist ein bombastisches Setting nicht zwingend erforderlich. R.E.M. oder Franz Ferdinand sind Beispiele dafür wie man das Augenmerk ausschließlich auf die Musik legen kann &#8211; unabhängig von der Größe der Arena.</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="color: #f7f9f9;">Mando Diao wursteln sich durch ihr Repertoire, nehmen mit einem akustischen Teil, den Noren und Dixgard allein auf einer kleinen Bühne mitten im Saal bestreiten, die Luft völlig raus, um sich dann doch noch mal ihrer Wurzeln zu besinnen. Aber da ist bereits eine geschlagene Stunde vergangen.  Erst im zweiten Teil und bei den Zugaben besinnt sich die Band darauf, was sie eigentlich ist: eine Beat-Combo, die immer dann gut ist, wenn sie gerade und schnell spielen kann. Es scheint, als haben viele der Zuschauer Mando Diao erst mit ihrem aktuellen Album &#8220;Give Me Fire!&#8221; und den Hits &#8220;Dance With Somebody&#8221; und &#8220;Gloria&#8221; entdeckt, denn frühe Erfolgsnummern wie &#8220;Sheepdog&#8221;, &#8220;God Knows&#8221; oder &#8220;Down In The Past&#8221; kann ein Großteil des Publikums mangels Textkenntnis auf den Rängen  nicht mitsingen.</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="color: #f7f9f9;">Am Ende des Abends erinnert die Band sich wieder an ihre Anfänge, als sie die letzte Nummer dem FC St. Pauli widmet, stellvertretend für ein Lebensgefühl und für einen Stadtteil, der ihnen offensichtlich immer noch etwas bedeutet. Immerhin ist ihnen bewusst, wo sie sich gerade befinden: Nebenan residiert der HSV.</span></p></p>
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		<title>Abgründe eines Romantikers</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 12:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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Ein Abend mit Songs und Lesungen von Nick Cave auf Kampnagel

&#8220;Einen Song zu schreiben ist wie eine Wassermelone durch ein enges Loch zu zwängen. Einen Roman zu schreiben ist dagegen einfach.&#8221; Sagt Nick Cave. Der muss es wissen, denn Songs hat er aberdutzende geschrieben, Romane erst zwei. Weil gerade weltweit &#8220;Der Tod des Bunny Munro&#8221; [...]]]></description>
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<h5><span style="color: #f7f9f9;">Ein Abend mit Songs und Lesungen von Nick Cave auf Kampnagel</span></h5>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" style="border: 5pt solid #f7f9f9 ;" src="http://1.bp.blogspot.com/_LJ6QQFqMKkw/SttFDAgrH_I/AAAAAAAAACM/blCM5rhf_Os/s1600/sm_Nick_Cave_k_SAM1884.jpg" border="5" alt="[sm_Nick_Cave_k_SAM1884.jpg]" width="450" height="300" /></p>
<p><span style="font-size: 13px;"><span style="color: #f7f9f9;">&#8220;</span><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">E</span><span style="font-size: 13px;"><span style="color: #f7f9f9;">inen Song zu schreiben ist wie eine Wassermelone durch ein enges Loch zu zwängen. Einen Roman zu schreiben ist dagegen einfach.&#8221; Sagt Nick Cave. Der muss es wissen, denn Songs hat er aberdutzende geschrieben, Romane erst zwei. Weil gerade weltweit &#8220;Der Tod des Bunny Munro&#8221; erschienen ist, hat Cave sich aufgemacht, um das neue Werk der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nicht in Form einer Lesung wie das &#8220;normale&#8221; Schriftsteller tun, sondern ausge-schmückt mit Musik. Nicht in einer Buchhandlung oder dem Literaturhaus, sondern auf Kampnagel. Und weil so eine Tour mit ein paar Freunden mehr Spaß macht als allein, begleiten Caves engster Mitstreiter, der Multiinstrumentalist Warren Ellis, und der Bad-Seeds-Bassist Martyn Casey ihn. In Hamburg ist als special guest Caves alter Freund Blixa Bargeld dabei, Sänger der Einstürzenden Neubauten und ein Jahrzehnt lang auch Rhythmusgitarrist von Caves Band, den Black Seeds.</span></span></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">Gelesen wird wenig an diesem Abend. Zwei Passagen trägt Cave vor, für eine weitere kramt Blixa Bargeld seine Lesebrille raus. Lesung bedeutet bei beiden Performance, gerade Cave rhythmisiert seinen Text wie ein Rapper. Genauso zotig wie die Reime vieler Hip-Hop-Artisten sind auch viele Passagen in Caves Roman. Die Hauptfigur Bunny Munro, ein Vertreter für allerlei Hand- und Gesichtscremes, gehört zu der Sorte Mann, dessen gesamtes Denken um die weibliche Vagina kreist. Caves Protagonist und seine Handlungen sind etwas eindimensional, insofern ist es eine gute Entscheidung des in London lebenden Musikers, den zweistündigen Abend mehr mit Songs zu füllen als mit gelesenen Textpassagen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">In den reduziert arrangierten Songs zeigt sich die andere Seite des Nick Cave: Er ist ein Romantiker und ein Prediger, er ist ein gottesfürchtiger Künstler, der durch manches Tal der Tränen gewatet ist, dessen Denken und Schreiben um Tod und Erlösung, um die Bitterkeit der Liebe und grenzenlose Einsankeit kreisen. &#8220;Ihr könnt euch Songs wünschen, und wir spielen sie dann&#8221;, fordert er seine Fans auf. Wild durcheinander rufend nehmen die Fans auf Kampnagel dieses Angebot an und so mancher Wunsch wird erfüllt, weil einige von Caves größten Hits auf der Setlist stehen. Wie &#8220;The Mercy Seat&#8221;, der &#8220;Ship Song&#8221;, &#8220;Tupelo&#8221; oder der &#8220;Weeping Song&#8221;, den Cave zusammen mit Blixa Bargeld singt.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">Wenn Cave nach dieser Tournee wieder an seinen Schreibtisch zurückkehrt, wird er hoffentlich wieder versuchen, Wassermelonen durch zu kleine Löcher zu pressen. Denn als Songschreiber ist er ein wahrer Meister, &#8220;Bunny Munro&#8221; darf in die Abteilung Pop-Trash abgelegt werden.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><em><span style="color: #f7f9f9;">Photos: ©Stefan Malzkorn/Hamburg</span></em></p>
<p style="clear: both; text-align: center;"></p>
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		<title>Wolfmothers Wiederkehr</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 11:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Knust]]></category>
		<category><![CDATA[Retro-Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfmother]]></category>

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Die australischen Retro-Rocker stellen ihr neues Album &#8220;Cosmic Egg&#8221; im Knust vor 
Led Zeppelin wird niemand mehr auf der Bühne erleben. Thin Lizzy ebenso wenig. Und Black Sabbath wohl auch nicht. Zum Glück  gibt es Wolfmother. Der Name steht für  die  Synergie der Gegenwart aus den Rockklassikern der 70er-Jahre, kurz Retrorock.  [...]]]></description>
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<h5><span style="font-family: inherit;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #f7f9f9;">Die australischen Retro-Rocker stellen ihr neues Album &#8220;Cosmic Egg&#8221; im Knust vor</span></span></span><span style="font-size: medium;"><span style="color: #f7f9f9;"> </span></span></h5>
<p style="text-align: justify;"><a style="clear: left; float: left; margin-right: 1em;" href="http://4.bp.blogspot.com/_LJ6QQFqMKkw/SttKLVd1q0I/AAAAAAAAACk/B1dELmcPDwI/s1600-h/wolfm.jpg"><img class="alignleft" style="border: 5px solid #f7f9f9;" src="http://4.bp.blogspot.com/_LJ6QQFqMKkw/SttKLVd1q0I/AAAAAAAAACk/B1dELmcPDwI/s320/wolfm.jpg" border="0" alt="" width="213" height="320" /></a><span style="color: #000000;"><span style="font-size: large;"><span style="color: #f7f9f9;">L</span><span style="font-size: 13px;"><span style="color: #f7f9f9;">ed Zeppelin wird niemand mehr auf der Bühne erleben. Thin Lizzy ebenso wenig. Und Black Sabbath wohl auch nicht. Zum Glück  gibt es Wolfmother. Der Name steht für  die  Synergie der Gegenwart aus den Rockklassikern der 70er-Jahre, kurz Retrorock.  Manchmal singt  Andrew Stockdale wie Ozzy Osbourne, manchmal wie Robert Plant, der gerade Pubrock von Thin Lizzy hat ebenso seine unüberhörbaren Spuren hinterlassen wie die Gitarrenattacken eines Jimmy Page. Vor drei Jahren stürmte das Trio aus Sydney die Festivalbühnen Europas und Amerikas. Wolfmother war die Wiedergeburt des Power-Rock-Trios.</span></span></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">Drei Jahre nach ihrem kometenhaften Aufstieg ist aus dem Trio ein Quartett geworden. Bassist Chris Ross  und Schlagzeuger Myles Heskett  verließen die Band, Stockdale hat sich neue Mitstreiter und vor allem einen zweiten Gitarristen gesucht, was ihn enorm entlastet, denn er war Page und Plant, Osbourne und Iommi in einer Person. Zum Warmwerden und um Begehrlichkeiten zu schaffen, absolviert die zweite Wolfmother-Auflage gerade eine Tournee durch Europa und Nordamerika. Gespielt wird in kleinen Clubs, die allesamt ausverkauft sind.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">In Hamburg hat die Band sich für das Knust entschieden. Draußen enttäuschte Gesichter derjenigen, die auch mit den traurigsten Dackelaugen niemanden  überreden können, ihnen ein Ticket zu verkaufen, drinnen eine dichtgedrängte Menge, bereit, die Energie von der Bühne 1:1 zurückzugeben. Es brodelt, es kocht. Arme recken sich nach oben. Ausgestreckte Zeigefinger schlagen den Takt. Eine Blondine spielt verzückt Luftgitarre, ein Typ mit Brad-Pitt-Basterds-Oberlippenbart hat es auf die Bühne geschafft und springt in die Menge, um über der Crowd zu surfen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">Andrew Stockdale schleudert die Energie nur so heraus. Er reißt seine Gitarre hoch, jagt am unteren Rand des Griffbretts mit Hochgeschwindigkeit über die Saiten und jagt Impuls nach Impuls in die unter ihm tobende Menge. Bassist und Keyboarder Ian Peres, ein bärtiger, bis zu den Augen zugewachsener Kobold springt neben Stockdale auf und ab, während der zweite Gitarrist Aidan Nemeth und Schlagzeuger Dave Atkins mit Rollen im Hintergrund bescheiden. Aber auch sie sind ein wichtiger Teil dieses Rock-Kraftwerks.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #f7f9f9;">In der kommenden Woche erscheint „Cosmic Egg“, das zweite Album der Australier, aus der sie ein paar neue Nummern wie den Titeltrack, „New Moon Rising“  und „White Feather“ spielten, der Großteil des Repertoires stammt jedoch aus dem vor drei Jahren erschienenen Debütalbum: „Dimension“, „Colossal“ und „White Unicorn“ stehen auf der Setlist und natürlich der  Hit „Joker &amp;amp; The Thief“. Den spart Wolfmother sich für die letzte Zugabe des 85minütigen Auftritts auf. Die Dramaturgie ist aufgegangen, für die meisten sind Wolfmother gerade die beste Band der Welt. Nächste Woche das neue Album kaufen und dann Ausschau nach den nächsten Liveterminen halten. Wer war noch mal Led Zeppelin?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;"><em><span style="color: #f7f9f9;">Photo: © Stefan Malzkorn/Hamburg</span></em><br />
</span></p>
<p><span style="font-size: 85%;"> </span></p></p>
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